Seite:Hoffmann Fantasiestücke in Callots Manier Bd.1 1819.pdf/180

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wie er sich in meine Rippen einnistete. – Die Brüste schlotterten gleich ledernen Beuteln, am Halse herunter, indem die langen winddürren Beine nachschleppten, und das zerrissene Gewand sich um meine Pfoten schlang. – O des entsetzlichen unglückseligen Augenblicks! –

Ich. Wie, Berganza – Deine Stimme stockt – ich sehe Thränen in Deinen Augen? – Kannst Du denn weinen? – Hast Du uns das abgelernt, oder ist Dir dieser Ausdruck des Schmerzes natürlich?

Berganza. Ich danke Dir. Du hast so zu rechter Zeit meine Erzählung unterbrochen; gemildert ist der Eindruck der gräßlichen Szene, und ehe ich fortfahre, kann ich Dir etwas von der Natur meiner lieben Brüder sagen, das Du gut thätest, Dir recht wohl zu merken. – Hast Du denn noch nie einen Hund weinen gesehn? – Allerdings hat die Natur, so wie Euch, auch uns mit eigner Ironie gezwungen, in dem feuchten Element des Wassers den Ausdruck der Rührung und des Schmerzes zu suchen, wogegen sie uns die Erschütterung des Zwergfells, wodurch die närrischen Laute entstehen, welche Ihr Lachen nennt, ganz versagt hat. Das Lachen muß daher wol rein menschlicher seyn, als das Weinen. Aber gütig sind wir für Euer Lachen durch einen besondern Organismus entschädigt, der den Theil unseres Körpers beseelt, welchen Euch die Natur ganz versagt, oder, weil, wie