Seite:Isidors Geschichte der Gothen, Vandalen, Sueven.pdf/32

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Glück und Glanz regierte. Durch ihn erhielt Rom einen Theil seiner alten Würde wieder; denn er baute die Stadtmauer wieder auf, wofür er vom Senat mit einer goldenen Bildsäule geehrt wurde.

40. Im ersten Jahre der Herrschaft Justinians, als Theoderich nach Italien zurückgekehrt und dort gestorben war, wurde sein Enkel Amalarich König und blieb es fünf Jahre (526–531). Als er vom Frankenkönig Childebert (Chlodwigs Sohn) bei Narbona geschlagen war, floh er eiligst nach Barcinona. Dadurch machte er sich allen verächtlich und wurde von seinen eigenen Leuten auf dem Marktplatz zu Narbona erschlagen.

41. Im sechsten Jahre der Herrschaft Justinians wurde an Amalarichs Stelle Theudis König von Spanien und regierte 17 Jahre und 5 Monate (531–548). Obgleich er ein Ketzer war, gewährte er der Kirche Frieden und gab sogar den katholischen Bischöfen die Erlaubniß, in der Stadt Toletum[1] zusammenzukommen und dort in Freiheit und nach Gutdünken anzuordnen, was für die Kirchenzucht nöthig geworden war. Als unter seiner Herrschaft die Frankenkönige mit unzähligen Schaaren in Spanien eingefallen waren und die Tarraconensische Provinz verwüsteten, verlegten die Gothen unter Herzog Teudischus die Pässe (in den Pyrenäen) und schlugen die Franken glänzend. Ebenderselbe Herzog ließ sich durch Bitten und große Geldsummen bestimmen, einen Tag und eine Nacht den übriggebliebenen Feinden zum Abzug zu gewähren. Wer in dieser Zeit die Pässe nicht hatte überschreiten können, fiel unter dem Schwert der Gothen.

42. Nach einem so großen Siege handelten die Gothen jenseits der Meerenge sehr unbedacht. Denn als sie gegen

  1. Toledo.