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kleinen weissen Kragen und Handschuhe an beiden Händen. Die linke Hand ruht am Griffe seines Degens.

Leinwand; h. 1,08; br. 0,89½. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena als Original des Rubens „mit den skizzirten Händen“ (Venturi p. 357). Doch bereits 1685 in der Sammlung des Prinzen Cesare Ignazio von Este richtig als Velazquez; Campori R., p. 311. – In Dresden später als „Tizian“, bei H. jedoch bereits wieder richtig als Velazquez. – Gest. von E. Mohn ☼ III. 41. – Phot. Braun I, 15 u. Phot. Ges.

Männliches Bildniss. 698. (693.) J 2.

Brustbild ohne Hände nach rechts auf grauem Grunde. Alter Herr mit weissem Haar, Schnurr- und Kinnbart. Er trägt eine goldene Kette über schwarzem Anzug.

Leinwand; h. 0,65½; br. 0,56. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. 1685 im Besitze des Prinzen Cesare Ignazio von Este daselbst (Campori R. p. 310; vgl. Venturi p. 207–208). Damals schon als Velazquez. Beim Dresdner Ankauf (Venturi p. 358) war es in Modena auf Rubens umgetauft worden, dessen Hand es keinesfalls zeigt. Als Rubens auch in Dresden gest. von F. Zucchi ☼ II, 45 oben. Bei H. jedoch schon wieder als Velazquez, aus dessen Werkstatt es jedenfalls herrüht. Mit Bode (bei v. Zahn VI, S. 198) an der Eigenhändigkeit zu zweifeln, scheint uns nicht unbedingt nötig zu sein. – Phot. Braun VI, 20 und Phot. Ges.

Bildniss des Grafen von Olivares. 699. (692.) J 2.

Halbfigur nach links auf grauem Grunde. Gaspar de Guzman, Graf von Olivares, Herzog von Sanlúcar, der allmächtige Minister Philipp’s IV., mit braunem Haar, Schnurr- und Kinnbart, trägt einen schwarzen Anzug, der an Rock und Mantel mit der grünen Stickerei des Alcántara-Ordens besetzt ist, und hält in der allein sichtbaren rechten Hand einen Brief.

Leinwand; h, 0,92½; br. 0,74. – 1746 aus der herzogl. Galerie zu Modena. 1685 als Original des Velazquez (Campori Racc., p. 311) in der Sammlung des Prinzen Cesare Ignazio von Este zu Modena, der es 1681 mit der Sammlung des Grafen Toschi gekauft hatte (Venturi, p. 207–208). – Aehnliche Bilder in verschiedenen Sammlungen; als Brustbild in der Eremitage zu St. Petersburg; in ganzer Gestalt in derselben Sammlung und bei Mr. Holford in London. – Die beiden Brustbilder, auch das unsere, können nur als Werkstattswiederholungen aus dem Gemälde in ganzer Gestalt gelten. Auch das unsere ist etwas zu leer und trocken in der Behandlung, um als ganz eigenhändiges Werk anerkannt werden zu können. So auch W. Bode, bei V. Zahn VI. S. 198 und H. Lücke. – Phot. Braun IV. 18 und Phot. Ges.

Jacinto Jerónimo de Espinosa.

Geb. den 20. Juli 1600 zu Concentaina im Königreich Valencia, gest. 1680 zu Valencia. Bildete sich nach den Ribalta in Valencia, wahrscheinlich auch in Italien nach den Bolognesen und nach Werken Van Dyck’s. Thätig besonders zu Valencia.

Der hl. Franciscus. 700. (699.) H 4.

Halbfigur nach rechts. Auf dem Tische vor ihm steht neben dem Buche und dem Totenkopfe das Crucifix. zu dem er betet.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 231. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/263&oldid=- (Version vom 15.3.2017)