Seite:Kreisbewegungen-Coppernicus-0.djvu/419

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Copernicus Buch II. Cap. 14. nimmt an, dass Ptolemäus die von ihm beobachteten Sternörter für den Mittag des 24ten Februars des 139ten Jahres nach Christus, oder des 4852ten Jahres der julianischen Periode, oder des 886ten Jahres Nabonassars, oder des 462ten Jahres nach Alexanders Tode, oder des 2ten Jahres des Aelius Antoninus, Pharmuthi 10, bestimmt habe.

Seit Anfang der julianischen Periode waren also verflossen . . . . 1771881,5 Tage
davon ab 1721423
Differenz 0050458,5 Tage,

das sind 138a 88d,5; in allen Ausgaben fehlt der halbe Tag.

Freilich widerspricht der letztere Termin der eigenen Angabe des Ptolemäus, Alm. VII. 5, welcher den Anfang, also den 20ten Juli, der Regierung des Antoninus als die Zeit, für welche seine Beobachtungen gelten, angiebt.


139) Alle Ausgaben haben hier fälschlich Numatius statt Munatius.


140) 138 julianische Jahre, das Jahr zu 365,25 Tagen gerechnet, sind 138 ägyptische Jahre, das Jahr zu 365 Tagen gerechnet, und 34 Tage.


141) Nach den Berechnungen der Anm. 138) muss diese Summe 914 Jahre 101 Tage lauten, es fehlt eben im Texte das Jahr, um welches die Zeit vom Anfange des ersten Jahres der ersten Olympiade bis auf Nabonassar grösser ist, als im Texte berechnet.


142) Vergl. Buch III. Cap. 9.


143) Nach dem Verzeichnisse zu Buch III. Cap. 8.


144) Nach den Berechnungen der Anm. 138) hat man

vom Anfange der Olympiaden bis Nabonassar 028a 247d äyptisch
von Nabonassar bis Alexanders Tod 424a 000d
von Alexanders Tod bis Cäsar 278a 119d,5
von Cäsar bis Augusturs 015a 245d,5
von Augustus bis Christus 029a 130d,5
von Christus bis Ptolemäus 138a 088d,5
also vom Anfange der Olympiaden bis Ptolemäus 914a 101d

Dasselbe Resultat ergiebt sich auch, wenn man von 1771881,5 Tagen die Anzahl der Tage abzieht, welche von dem Anfange der julianischen Periode bis zum Anfange der Olympiaden verflossen sind

= 1438170,5 Tage
Differenz = 0333711 Tage,

welche geben 914a 101d ägyptisch. Für diesen Zeitraum erhält man aus den Tafeln als gleichmässige

Bewegung der Nachtgleichen: 12° 44′ 57″ 42‴
im Texte steht dafür: 12° 44′
als einfache Anomalie: 95" 51′ 00″ 03‴
im Texte steht dafür: 95° 44′

Beide Abweichungen erklären sich daraus, dass Copernicus den Zeitraum zwischen dem Anfange der Olympiaden und der Aera Nabonassars um 1 Jahr zu klein gefunden hat. — Zur Zeit der Ptolemäischen Beobachtungen war der beobachtete Ort des Frühlingsnachtgleichenpunktes 6° 40′, die doppelte Anomalie 42° 30′. Die Letztere liefert nach den Tafeln eine Prosthaphärese von 47′ 40″, wofür man im Texte 48′ liest. Diese Prosthaphärese zu dem beobachteten Orte des Frühlingsnachtgleichenpunktes, 6° 40′, hinzu addirt, giebt den mittleren Ort des Frühlingsnachtgleichenpunktes zur Zeit der Ptolemäischen Beobachtungen zu 7° 27′ 40″, wofür im Texte 7° 28′. Hierzu 360° addirt, und die oben angegebene gleichmässige Präcession von 12° 44′ 57″ 42‴ abgezogen, ergiebt für den mittleren Ort des Frühlingsnachtgleichenpunktes zur Zeit des Anfanges der Olympiaden 354° 42′ 42″ 18‴, wofür im Texte 354° 44′. Der Frühlingsnachtgleichenpunkt folgte also damals γ Arietis um 5° 17′ 17″ 42‴ nach. Addirt man 360° zu der einfachen Anomalie zur Zeit des Ptolemäus, nämlich zu 21° 15′, und zieht von dieser Summe die oben berechnete einfache Anomalie 95° 51′ ab, so erhält man als Ort der einfachen Anomalie zur Zeit des Anfanges der Olympiaden: 285° 24′, wofür man im Texte 285° 30′ findet. Von da ab lassen sich die Oerter oder „Wurzeln“ für die im Texte namhaft gemachten Termine nach den Tafeln und den zwischenliegenden Zeiten leicht berechnen. In der nachstehenden, kleinen Tafel sind die genauer berechneten Orte mit den im Texte angegebenen zur Vergleichung zusammengestellt.