Seite:Kurze Beleuchtung der Vertheidigung des Kirchweihfestes in Franken.pdf/2

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Gegenstand genau erforschet hatte, nichts gewonnen.

 Der Verfasser gedachten Aufsatzes glaubet, daß ich die übeln Folgen dieses Festes übertrieben hätte. Ich muß aber gestehen, daß ich solche nicht einmahl alle berührt habe. Dahin gehöret, daß so wohl Söhne, als Knechte, öfters verleitet werden, ihre Eltern und Herren zu bestehlen, wenn es ihnen an hinlänglichem Geld zu diesem eingebildeten Freudenfeste fehlet. Doch genug von den übeln Folgen der Kirchweihlust. Ich schaudere und werde mit dem empfindlichsten Schmerzen erfüllet, wenn ich an das traurige Ende jenes Scribenten zu Castell gedenke, wozu die vorjährige Kirchweih Gelegenheit gegeben hat. Dieser einzige Fall, wiewohl es derselben noch mehrere gibt, sollte einen abschrecken, das Kirchweihfest zu vertheidigen.

 Mein Gegner betrügt sich, wenn er meinet, den Bauern dadurch einen Dienst oder Gefälligkeit zu thun, daß er das Kirchweihfest vertheidiget. Jeder vernünftige Bauer verabscheuet heut zu Tag dieses tolle Freudenfest. Er betrachtet es vielmehr als ein nothwendiges Uebel,