Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/182

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Als sie nun in den Wald kamen, sagte der Jäger: „Prinz, ich soll Euch heimlich erschießen, aber weil Ihr so ein lieber, leutseliger Herr seid, so kann ichs nicht übers Herz bringen. Flieht und rettet Euer Leben!“ Da floh der Prinz.

Nach einiger Zeit kamen bei dem alten Könige große Wagen an mit Gold und Edelgesteinen; die sollte der jüngste Prinz haben und waren von den Königen gesendet, welchen er mit Schwerdt und Brodt geholfen hatte.

Da fiels dem alten König aufs Herz, sein Sohn möchte wohl unschuldig sein, zumal da er immer mehr mochte gemerkt haben, wie tückisch die andern Beiden waren.

Da fing er laut an zu jammern: „Ach wenn doch mein Sohn noch lebte! ach wenn ich ihn nur nicht hätte tödten laßen! und wollte sich gar nicht zufrieden geben und Niemand konnte ihn trösten. Da tröstete ihn aber der Jäger und sagte: „Ich habe ihn nicht getödtet, denn ich konnt es nicht über das Herz bringen.“

Der alte König fiel dem Jäger um den Hals und küßte ihn, und ließ in allen Reichen bekannt machen, sein Sohn sollte wiederkommen, und verhieß großes Geld und Gut dem, der ihn brächte.

Als aber die Prinzeßin in ihr Reich gekommen war, ließ sie eine große Straße vor ihrem Schloß machen, die war golden und glänzend. Zu ihren Leuten hatte sie aber gesagt, wer mitten über die Straße hinritte, der sei ihr Bräutigam, die aber nebenbei ritten, das wären die rechten nicht.

Da nun die Zeit bald um war, kam der erste Prinz des alten Königs, und wollte sich für den Erlöser der Prinzeßin ausgeben, als er aber an die Straße kam, ritt er rechts derselben nebenher, weil sie so schön war. Wie er aber ans Schloßthor kam, da hieß es: er sei der rechte nicht und möchte nur wieder nach Hause gehen.