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15) Die Familie der Rubien verschafft uns nicht nur die nützliche Brechwurz, sondern auch den sehr schädlichen Kaffee (coffea arabica). Der Letztere wird meistens verbrannt, sodann zu oft aufgegossen, endlich in Kannen gefüllt und aufgetragen. Hier bildet er eine der gefährlichsten Erscheinungen, welche oft giftiger wirken als Belladonna und Strychnin: die sogenannten Kaffeekränzchen, auch Kaffeeschlachten genannt. In diesen wird aus dem guten Namen des Nächsten zur Unterhaltung Charpie gezupft – eine weibliche Handarbeit, die zu den segenvollsten Erfindungen

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unserer Kultur gezählt werden muß. Wird der Kaffee in einem eigenen, nach ihm benannten Hause getrunken, so heißt er Mocca, kommt Obers oder Rahm dazu, so heißt man ihn Melange; den Inhalt der Schale nennt man Kaffeïn, und jene, welche davon leben, Cafétier. Wer ihn kalt trinkt, wird angeblich schön, und ist dieß wohl der Grund, warum die Damen, welche gerne Kaffeehäuser besuchen, gewöhnlich sehr lange oder immer sitzen bleiben.

16) Zur Familie der Doldenträger gehört die Salpetersilie, die gelbe Rübe mit Pflückerbsen und Schweins-Coteletts, der Selleriesalat und der Kümmelbranntwein oder

Empfohlene Zitierweise:
Franz Bonn: Lustige Botanik und Mineralogie. 2. Auflage. Braun & Schneider , München [1880], Seite 24. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Lustige_Botanik_und_Mineralogie.djvu/32&oldid=- (Version vom 1.8.2018)