Seite:MüllerKriegsbriefe.pdf/124

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teilnehmen konnte. An diesem Standorte war überdies das Harmonium zugleich gegen Zerstörung besser gesichert.

Auf dem Rückweg machten wir einen nochmaligen Rundgang über den Parkplatz und besichtigten noch die in einem großen Zelt untergebrachte Reparaturwerkstätte der Batterie. Da wird geschmiedet, gehämmert, gefeilt und gebohrt, denn fast alle Wiederherstellungs- und Erneuerungsarbeiten werden von der Batterie selbst ausgeführt. Unter der Mannschaft befindet sich eine Anzahl intelligenter, sehr gut ausgebildeter Mechaniker, während der Rest hauptsächlich aus Handlangern und Landarbeitern besteht, gut gebauten und außerordentlich kräftigen Leuten von hohem, starkem Wuchs.

Offiziere und Mannschaft sehnen sich nur nach einem: nach baldigster Wiederverwendung im Felde. Mein neuer rheinländischer Bekannter ganz besonders klagte mir über dieses allzu untätige friedliche Garnisonleben. „Vierzehn Tage lang bin ich in den letzten August- und ersten Septembertagen nicht aus den Kleidern heraus- und nicht in ein Bett hineingekommen. Aber lieber nochmals das durchmachen, als diese die Spannkraft lähmende bequeme Lebensweise ohne eine rechte Aufgabe.“ So klagt er mir, und so sind sie alle. Zur Abwechslung wurde die Batterie jüngst alarmiert: Die Munitionskolonne war in neun Minuten, die ganze Batterie in zwanzig Minuten marschbereit, gerechnet vom ersten Alarmzeichen

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Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 120. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/124&oldid=3353099 (Version vom 1.8.2018)