Seite:Nachrichten von den Ruinen der alten Wasserleitung durch irdene Röhren bey der Stadt Röttingen im Taubergrund.pdf/3

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 Diese Anstalt mochte vielleicht lange schon gedauert haben, als zu Ende des vorigen Jahrhunderts ein Kind des dasigen Beamten aus Unvorsichtigkeit in den Wasserbehälter fiel und ertrank. Ein solcher Vorgang war nun hinreichend genug, diese Wasserleitung als kostbar, unnütz und sogar gefährlich zu schildern. Man lies daher ein Werk in aller Geschwindigkeit verfallen, dessen Einrichtung viele Zeit und Mühe gekostet hatte, und sowohl den ältern Einwohnern von Röttingen als ihrer damahligen Obrigkeit wahre Ehre machte. Zu spät bereuete man diesen Entschluß und die allzurasche Ausführung; man fühlte was man verloren hatte, und man sahe die Nothwendigkeit eines gesunden und reinen Wassers. Man faßte demnach von neuem den Entschluß, diese Wasserleitung herzustellen, und berief deßwegen den Hrn. Obristlieutenant Fischer aus Wirzburg, um die Lage einzusehen, und die beyläufigen Kosten zu berechnen. Er that es, und erbot sich, um 600 fl. das Werk wieder herzustellen, das der Tod eines unvorsichtigen Kindes zertrümmert hatte. Allein diese Geldsumme schien zu groß, die Sache unterblieb, und man schöpft noch auf den heutigen Tag das