Seite:OAB Sulz.djvu/088

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das Schloß Albeck schon Ende Septembers 1649 geräumt hatten (v. Martens 492). Im Jahr 1652 fehlte im Amt Sulz noch ein Viertheil, im Amt Rosenfeld zwei Fünftheile, in Dornhan aber drei Viertheile der früheren Bevölkerung.

Auch während der französischen Kriege (1688–1714) hatte das Oberamt wieder Bedrängnisse mancherlei Art zu erdulden. Schon im Sommer 1688 herrschte große Angst wegen eines Einfalls der Franzosen, von denen eine Streifschaar im December d. J. und im Januar 1689 Sulz und Umgegend heimsuchte (v. Martens 521). Durchmärsche, Quartiere und Requisitionen verschiedener Art dauerten bis 1693 fort. Ende Augusts und Anfang Septembers 1689 war ein kaiserliches Lager bei Vöhringen (Köhler 389).

Im Mai 1704 zog Herzog Eberhard Ludwig mit seinen Truppen durch Sulz und die Umgegend und den 27. Aug. 1707 hatte er sein Hauptquartier in Mühlheim; doch blieb der Oberamtsbezirk von feindlichen Einfällen verschont, aber Durchmärsche, Quartiere und Lieferungen verursachten große Kosten.

Von 1744–45 lag französische Besatzung in Binsdorf, Namens K. Karls VII.

Nach einer langen Friedenszeit erschien 1796 das französische Heer nach seinem Rheinübergang auch in dieser Gegend, am 17. Juli fiel das erste Scharmützel bei Sulz vor, in der Nacht zogen die deutschen Truppen von hier ab und am 18. rückten die Franzosen ein, wobei es ohne Plünderung nicht abging; besonders schlimm kamen Holzhausen und Mühlheim weg. Doch schon am 28. September kamen die Österreicher wieder und der durch Plünderung etc. erlittene Verlust des Oberamts war nicht bedeutend. Im Jahre 1799 zogen die Franzosen in Eilmärschen über Dornhan und Sulz nach der Donau.

Neue Durchzüge und Lieferungen brachten die J. 1813 und 14.


4. Alterthümer.

A. Römische.

Die Römer, welche sich bekanntlich in den Neckargegenden so vielfältig angesiedelt hatten, haben auch im diesseitigen Bezirk manche Spuren von ihrem ehemaligen Aufenthalt hinterlassen, um so mehr als der Oberamtsbezirk Sulz gerade zwischen zwei bedeutenderen Niederlassungen, Rottenburg und Rottweil, liegt und daher mehrere Römerwege, welche die beiden Orte unter sich oder mit andern römischen Niederlassungen verbanden, durch den Bezirk führten.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 088. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/088&oldid=- (Version vom 1.8.2018)