Seite:OAB Sulz.djvu/112

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im Ort an und kehrt am Mittwoch Mittag wieder zurück nach Nagold. Ein fahrender Bote kommt am Mittwoch von Oberndorf und geht wieder zurück. Fahrende Amtsboten kommen von Binsdorf und Rosenfeld und von den übrigen Bezirksorten fußgehende Amtsboten jeden Montag, Mittwoch und Samstag in die Stadt.

Kirchliche und Lehranstalten. An der Stadtpfarrkirche sind ein Stadtpfarrer, der zugleich das Decanatamt bekleidet, und ein Diakon angestellt. Zu der Kirchengemeinde gehört außer der Stadt noch Geroldseck, Schnaithof, Viehhaus und Weilerhaus. Der erste evangelische Stadtpfarrer war Alexius Berschein von 1536–1561. Sulz und das Amt erhielten unstreitig gleich anfänglich einen eigenen Superintendenten, im Jahr 1583 aber gab der damalige Superintendent und Stadtpfarrer David Michael die Superintendenz an den Abt zu St. Georgen ab. In der Folge vertrat der Abt zu Alpirsbach dieses Amt; als aber im Jahre 1617 M. Christoph Binder Stadtpfarrer zu Sulz wurde, ist ihm zugleich auch die Superintendenz wieder übertragen worden, welche seine Nachfolger bis jetzt beibehielten. Der erste Diacon war M. Martin Kappler von 1555 bis 1559.

Als Lehranstalten befinden sich in Sulz:

1. Eine lateinische Schule, an der ein Präceptor unterrichtet. Der erste Präceptor war M. Balth. Bästlin von 1568 bis 1572; früher war diese Stelle mit dem Diaconat verbunden. Schon im Jahr 1417 ist M. Adelhart als Schulrektor hier angestellt gewesen.

2. Eine im Jahr 1847 mit einem jährlichen Staatsbeitrag von 250 fl. errichtete Realschule, an der ein Reallehrer unterrichtet.

3. Die Volksschule, bestehend aus 4 Klassen, die Knaben, Mädchen, Mittel- und Elementarschule mit 3 Schulmeistern und 1 Unterlehrer, von welchem zugleich das Amt eines Organisten und Musikdirectors versehen wird.

4. Eine Sonntagsgewerbeschule zur Heranbildung der Lehrlinge und Gesellen.

5. Eine Industrieschule, an der 2 Lehrerinnen angestellt sind.

6. Eine Sonntagsschule.

Mit der lateinischen und Realschule ist eine Turnanstalt verbunden; auch besteht eine Zeichnenschule, an der jeden Mittwoch und Sonntag der Reallehrer Unterricht ertheilt.

Für literarische und gesellige Unterhaltung bestehen:

Eine Privat-Lesegesellschaft (Museum), die etwa 200 Bände besitzt und ein Liederkranz.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 112. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/112&oldid=- (Version vom 1.8.2018)