Seite:OAB Sulz.djvu/113

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Für Zwecke der Wohlthätigkeit bestehen:

1. Ein Verein unter der Leitung des dermaligen Decan Lang, welcher Armen und Kranken Kost reicht.

2. Ein Frauenverein, der für Kleidung unbemittelter Confirmanden und Weihnachtgeschenke für ärmere Kinder sorgt.

Auch ein Leichenverein ist vorhanden, an dem sich der größte Theil der Ortseinwohner betheiligt.

Der Gemeindehaushalt (vergl. Tabelle III) ist geordnet und die Gemeindeschadensumlage beträgt gegenwärtig etwa 2000 fl. jährlich. Das Gemeindevermögen besteht theils in Kapitalien, theils in Grundbesitz und zwar letzterer in 134/8 Morgen, 8,9 Ruthen Gärten und Länder, 416/8 Mrg. 2,1 Ruth. Äcker, 304/8 Mrg. 6,6 Ruth. Wiesen, 3807/8 Mrg. 6,8 Ruthen Weiden, Steinbrüche u. s. w. und etwa 800 Morgen Waldungen. Die Waldungen, meist aus Nadelhölzern bestehend, sind in gutem Zustande und ertragen jährlich 500 Klafter, welche theils als Langholz, theils als Brennholz verkauft werden, was der Gemeinde eine jährliche Rente von 6000 fl. sichert.

Überdieß bezieht die Gemeinde Stand- und Brettergeld an Märkten 100 fl.

Unter dem Vermögen der Stiftungspflege (s. Tab. III) befinden sich etwa 1200 fl., deren jährliche Zinse zur Unterstützung der Ortsarmen verwendet werden; von diesen Armenstiftungen nennen wir:

  1. Die Becherer’sche Stiftung mit 440 fl.
  2. Die Ammüller’sche Stiftung mit 200 fl.
  3. Die Hartmann’sche Stiftung mit 200 fl.
  4. Zwei Lang’sche Stiftungen à 100 fl.
  5. Die Schmoller’sche Stiftung mit 200 fl. etc.

Bedeutendere Stiftungen sind:

  1. Das Fleck’sche Stipendium, welches jährlich 3 Söhne von Bürgern zu Sulz genießen sollen, gestiftet von Dr. Fleck † 1613 in Tübingen, dessen Vater von 1560–1576 Untervogt in Sulz war. Vermöge der Stiftungsurkunde sollten es solche seyn, die in der sog. Fleck’schen Stube der Burse in Tübingen wohnten. Das Stipendium war für die damaligen Zeiten beträchtlich, denn schon im Jahr 1701 erhielten 4 Studirende jeder jährlich 55 fl. Das Stipendium wird von der Universität Tübingen verwaltet; doch hängt die Einsetzung zum Theil von dem Magistrat in Sulz ab, weil Bürgerssöhne der Stadt ein vorzügliches Recht daran haben. Gegenwärtig beträgt die Stiftung gegen 33.000 fl.
  2. Das Faber-Gräter’sche Stipendium von Bürgermeister Philipp
Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 113. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/113&oldid=- (Version vom 1.8.2018)