Seite:OAB Sulz.djvu/121

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durchschnittliche Ertrag eines Morgens beträgt 4–5 Schffl. Waizen, 4–5 Schffl. Gerste, 8–10 Schffl. Dinkel und 5–6 Schffl. Haber. Die Obstzucht, welche sich mit allen Sorten von feinerem Tafelobst wie auch mit Mostobst beschäftigt, ist ausgedehnt und hat sich in neuerer Zeit sehr gehoben. Der nur auf 6/8 Morgen an der südlich gelegenen Schloßhalde getriebene Weinbau (Klevner) liefert in günstigen Jahren ein angenehmes Gewächs (etwa 4 Eimer pr. Mrg.). Ein schöner Viehstand, aus etwa 50 St. bestehend (Schweizerrace mit Holländer Kreuzung) ist aufgestellt; der Milchertrag wird an eine Käserei verpachtet. Überdieß laufen auf dem Gut 556 Stück Bastardschafe, deren Wolle, wegen ihrer Feinheit zu 140–150 fl. per Centner verkauft wird.

Im Jahre 1710 gab Herzog Eberhard Ludwig den Hof Burgösch mit Schloß Albeck zu einem Afterlehen dem Oberhofmarschall Graf Fried. Wilh. von Gräveniz, welcher jedoch 1733 diesen Besitz wieder herausgeben mußte (s. auch Marschalkenzimmern). Darauf wurde derselbe als Kammerschreibereigut mit der Schloßverwaltung Marschalkenzimmern verbunden, im Jahr 1807 jedoch hievon getrennt und zum Eigenthum der Finanzkammer gezogen. Früher verpachtet, wurde er 1832 an zwei Bauern für 53,100 fl. überlassen. (Das Weitere s. oben; über Burgösch überhaupt s. Köhler 179–184.)

Die etwa 1/8 Stunde vom Hof entfernten Ruinen der ehemaligen Burg Albeck[1] liegen malerisch auf der äußersten Spitze eines schmalen, auf 3 Seiten schroff und hochansteigenden Bergrückens, der sich zwischen dem Neckarthal und dem Weilerbach-Thälchen hinzieht. Die Burg war demnach auf drei Seiten von Natur unzugänglich, während sie auf der westlichen, zugänglichen Seite mittelst eines tiefen, in den Muschelkalk gehauenen, quer über den Bergrücken geführten Grabens befestigt wurde. Auf dieser durch den Burggraben abgeschnittenen Bergspitze stand nun die sehr namhafte wohl befestigte Burg, die aus drei Abtheilungen bestand und zwar aus dem Vorhof, an dessen Mauern drei viereckige Thürme sich befanden; unter einem derselben führte der vordere Eingang in den Vorhof und von diesem gelangte man durch ein zweites Thor in die eigentliche, auf der höchsten Stelle der Bergspitze gelegene Burg, die aus dem, mit einer besonderen Mauer umfriedigten Hauptgebäude (Schloß) und einigen Nebengebäuden bestand, und mittelst eines Grabens von der


  1. Wie alt diese ursprünglich gräflich sulzische Burg auch seyn mag, unter dem Namen Albeck tritt sie in die geschriebene Geschichte erst seit dem Jahr 1420 ein s. (Reinhard) Gesch. von Geroldseck, Urk. 13 und unten.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 121. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/121&oldid=- (Version vom 1.8.2018)