Seite:OABacknang.djvu/144

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Tauß, 3 Fischwasser, das eine ob Tauß bis zur Rinne, das andere am Burgrain und Taußwehr, das dritte die Welschscheuer genannt, ferner den Hof Siehdichfür, jetzt Stiftsgrundhof.

Der Eßlinger Spital besaß hier nach einem Lagerbuche von 1304 einige Gülten, ohne Zweifel Schenkungen der oben genannten Herren von Backnang.

Außer den schon oben als hier angesessen aufgeführten Familien Gomaringen, Nippenburg und Nothaft sind noch zu nennen die Sturmfeder: Heinrich von St. und seine Gemahlin Agathe statteten die von ihnen gestiftete St. Katharinenpfründe in der Pfarrkirche zu Groß-Ingersheim mit ihrem Hofe in der Pfarrei Backnang, genannt „zu Gesyrecke“ samt allen Zugehörden aus, was der Probst von S. Guido zu Speyer, Ulrich von Württemberg, den 30. Juni 1336 bestätigte (St.-A.). Auch noch später gab es zu Backnang ein der Familie Sturmfeder und ein der Familie Senft von Sulburg gehöriges Hans (Crusius Coll. 3, 104 ff.).

Die älteren kirchlichen Verhältnisse Backnangs finden unten bei der Geschichte des Stiftes eine Stelle, aus der Zeit der Reformation ist nur folgendes zu erwähnen. Ein evangelischer Stadtpfarrer übernahm die geistlichen Verrichtungen; er stand unter der Spezialsuperintendenz zu Marbach und erhielt nach dem Interim einen Diakon beigegeben, welcher bis 1839 zugleich Pfarrer von Allmersbach war. Im J. 1695 wurde mit der Stadtpfarrei die Würde und das Amt eines Spezialsuperintendenten verbunden (Binder, Kirchen- und Lehrämter 122).


Geschichte des Stifts.[1])

Markgraf Hermann II. von Baden († 1130) erweiterte mit seiner Gemahlin Judith die von seinen Vorfahren, von ihm selbst und von seiner Gattin reich begabte S. Pankratiuskirche zu einem Stifte regulirter Augustiner-Chorherren. Auf seine Bitte bestätigte im J. 1116 Pabst Paschalis II. dieses Stift mit seinen jetzigen und künftigen Besitzungen und nahm es in seinen und des apostolischen Stuhles Schutz, verlieh ihm auch die gewöhnlichen Privilegien (freie Probstwahl – vorbehalten natürlich die Bestätigung des Speirer Diöcesanbischofes – Verbot von Privateigenthum und von Wiederaustritt nach Ablegung des Gelübdes) und setzte einen Goldgulden als jährliche Steuer nach Rom fest (Wirt. Urkb. 1, 343). Auf die Bitte des Markgrafen, welcher eine neue Kirche, die St. Michaelskirche, erbaute, gestattete der Bischof Bruno von Speier den 17. Febr. 1122, daß die Pankratiuskirche für die Zwecke des Stifts bestimmt, die

  1. S. besonders Besold Documenta eccles. colleg. in Backhenang. Tubing. 1636, und Chronicon monast. B. bei Schöpflin Hist. Zaringo-Badens. 5, 67
Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart, Stuttgart 1871, Seite 144. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OABacknang.djvu/144&oldid=- (Version vom 1.8.2018)