Seite:OABacknang.djvu/333

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Das stattliche mit einem Glockenthürmchen bekrönte Rathhaus wurde 1846 erbaut; bevor die Schule nach Maubach verlegt wurde, diente es zugleich als Schulhaus.

Gutes Trinkwasser liefern stets hinreichend ein laufender und 13 Pumpbrunnen; die Markung ist reich an Quellen, die Hauptquellen sind der Langenbach- und der Gemeindebrunnen.

Die Staatsstraße von Winnenden nach Backnang berührt den Ort auf der Westseite, die Vicinalstraße von Heiningen nach Nellmersbach geht hier durch. Zwei steinerne Brücken und zwei hölzerne Stege sind über die Bäche angelegt und von der Gemeinde zu unterhalten.

Die im allgemeinen geordneten und fleißigen Einwohner finden ihre Haupterwerbsquellen in Feld- und Obstbau, Vieh- und Schweinezucht. Eine Schildwirthschaft und ein Kramladen besteht.

Die Vermögensverhältnisse gehören zu den mittleren; der reichste Bürger besitzt 45, der Mittelmann 15–20, die ärmere Klasse 1 bis 3 Morgen Feld. Auf angrenzenden Markungen haben hiesige Bürger Güterstücke von 3/8–1 Morgen angekauft. Die nicht große Markung hat, soweit sie für den Feldbau benützt wird, eine ebene Lage und einen ziemlich fruchtbaren, etwas naßkalten Boden. Werksteinbrüche sind vorhanden. Die klimatischen Verhältnisse sind wie in dem nahe gelegenen Allmersbach.

Die Landwirthschaft wird mit Anwendung des Suppingerpflugs gut getrieben und von den Cerealien baut man Dinkel, Haber, Roggen, Gerste und Einkorn; hievon können über den eigenen Bedarf jährlich etwa 250 Scheffel Dinkel und 200 Scheffel Haber nach außen (Backnang, Winnenden) abgesetzt werden. Von Brach- und Handelsgewächsen kommen zum Anbau Kartoffeln, dreiblättriger Klee, Wicken, Angersen, Reps, Flachs und Hanf; von den drei letzteren wird auch ein Theil nach außen verkauft.

Der Wiesenbau ist ausgedehnt und liefert meist ein gutes Futter, das theilweise auch nach außen verkauft wird. Die Wiesen sind zwei- und dreimähdig.

Der Weinbau ist nicht bedeutend; man pflanzt 2800 Stöcke (meist Silvaner, Drollinger, Elbinge und Gutedel) auf den Morgen, die den Winter über bezogen werden. Der Morgen liefert etwa 4 Eimer mittelmäßigen Wein, dessen Preise in den letzten 10 Jahren zwischen 25 und 50 fl. pr. Eimer sich bewegten. Im Jahre 1840 wurde ein Theil der Weinberge ausgestockt und mit Obstbäumen bepflanzt. Die hauptsächlich mit Mostsorten sich beschäftigende Obstzucht ist in gutem Zustande und erlaubt in günstigen Jahren einen Verkauf von 600–1000 Simri nach außen.

Die Gemeinde besitzt 115/8 Morgen gemischten Wald, der jährlich 30 fl. der Gemeindekasse einträgt, während ihr die Brach- und

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Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart, Stuttgart 1871, Seite 333. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OABacknang.djvu/333&oldid=- (Version vom 1.8.2018)