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bestehenden Gewerbevereine vertreten, woneben in Backnang noch ein Arbeiterbildungsverein mit zahlreicher Betheiligung besteht.

Die in Backnang bestehende Gewerbebank zählt gegen 400 Mitglieder. Die Einlagen samt Zins betragen 21.949 fl. 58 kr., der Reservefond 3.770 fl. 5 kr., die Gesamt-Passiven 66.582 fl. 47 kr., der Kassenumsatz pro 1. Januar bis ult. Decbr. 1869 1.112.752 fl.

Die Gewerbebank in Murrhardt zählt 95 Mitglieder. Die Einlagen auf 6 Monate 1154 fl. 30 kr., die Gesamt-Passiven 16.806 fl 4 kr., der Kasen-Umsatz pro 1. Juli 1869 bis 1. Jan. 1870 66.742 fl.

Die Bestrebungen der beiden im Bezirke bestehenden Gewerbe-Vereine erstrecken sich hauptsächlich auf Verbreitung nützlicher Kenntnisse unter den Gewerbegenossen mittelst mündlicher Vorträge und Anschaffung und Cirkulation gewerblicher Schriften, sowie auf Heranbildung der gewerblichen Jugend.

In Ausführung dieser letzteren Aufgabe werden bei den Prüfungen und Ausstellungen der gewerblichen Fortbildungsschulen Prämien für die Schüler aus Mitteln der Gewerbevereine vertheilt.


d) Landwirthschaftliche Anstalten.

Der im Jahr 1838 gegründete landwirthschaftliche Bezirksverein zählt gegen 300 Mitglieder. An der Spitze desselben steht ein Ausschuß von 12 Mitgliedern. Jährlich wird eine Plenarversammlung gehalten, dagegen 4 bis 6 Ausschußsitzungen. Die Thätigkeit des Vereins erstreckt sich auf alle Zweige der Landwirthschaft, besonders auf die Beförderung der Rindviehzucht, des landwirthschaftlichen Fortbildungswesens, die Verbreitung verbesserter landwirthschaftlicher Maschinen und Geräthschaften, des Obst- und Hopfenbaus und die Verbesserung von Feldwegen etc.

Zur Erlernung der Obstbaumzucht werden fast alljährlich mehrere junge Männer aus dem Bezirk mit Unterstützung des Vereins nach Hohenheim gesendet.

Eine Bezirksbaumschule besteht nicht, dagegen eine größere Anzahl Gemeinde- und Privatbaumschulen, wie denn überhaupt der Obstbau im Bezirk in größter Ausdehnung betrieben wird.

Zur Hebung der Rindviehzucht, dieser hauptsächlichen Nahrungs-Quelle des Bezirks, hat der Verein schon mehrere Aufkäufe von Farren und Kalbinnen im Berner Oberland unternommen und solche an Farrenhalter und Viehzüchter des Bezirks wieder veräußert.

Die Farrenanstalten werden alljährlich von einer Kommission des landwirthschaftlichen Vereins besichtigt. Außerdem werden bei den landwirthschaftlichen Festen namhafte Prämien an die Besitzer ausgezeichneter Exemplare von Rindvieh, Schweinen und Mutterpferden vertheilt.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart, Stuttgart 1871, Seite 096. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OABacknang.djvu/96&oldid=- (Version vom 1.8.2018)