Seite:Raisonnirendes Theaterjurnal von der Leipziger Michaelmesse 1783.djvu/33

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übrig, als meine Herzensfreundin, die arme Natur, welche bey jeder Oper so jämmerlich auf die Folter gespannt wird, zu bemitleiden. Gern räume ich ein, daß Opern, die durch Composition eines geschikten Tonkünstlers sich auszeichnen, für Freunde und Kenner der Music die angenehmste Unterhaltung bewirken können – aber nur für mich nicht, weil ich von Tonkunst und Music gar keine Kenntnisse, mithin auch kein richtiges Gefühl, habe; es gehört angebohrnes Talent dazu – mir ist solches nicht zu Theil worden. Keineswegs aber verdenke ich es dem Directeur einer deutschen Schauspielergesellschaft, wenn er das Publicum, dessen Geschmak so verschieden ist, und das so sehr nach Abwechslungen geizet, zuweilen mit einem Singestük bewirthet – nur ich besuche gewiß keines. Um deswillen blieb ich auch heute zu Hause, dabey aber verliert mein Jurnal nicht das mindeste; ich hätte ohnedem von der heutigen Vorstellung, deren alleiniger Werth durch