Seite:Raisonnirendes Theaterjurnal von der Leipziger Michaelmesse 1783.djvu/87

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

aus; auch da hielt ihr Spiel dem Ausdruk die Wage – aber in der Pantomime, da sie Frizens Brief beantwortete, gesticulirte sie zu heftig, ihre Hand zitterte nicht, nein, sie schleuderte mit selbiger Züge aufs Papier, aus denen schlechterdings keine leserlichen Worte werden konnten.

Madam Günther war ganz, was sie seyn sollte – eine Wirthin, die mit emsigem Fleiß, mit schlauer Vorsicht, ihr Hauswesen in Ordnung hielt; bey der unermüdetes Bestreben nach sicherm Gewinn alle andere Reflexionen verdrängte; und die dem simplern, aber auch weit gutherzigern, Manne bey jeder Gelegenheit das Uebergewicht ihrer Person, und ihres Verstandes, recht lebhaft empfinden ließ.

Lob, verdientes Lob, für Madam Henke wird es seyn, wenn ich ihr zusichere, daß durch ihr heutiges Spiel in den nemlichen Grade, wo Francisca, als die liebenswürdigste Frau,