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Und von Luv nach Lee.

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Und aus dem Mastkorb fiel dann das Brillengestell aus Horn,

Und im Kettenkasten zerschlitzte der Cutaway.
Langsam wurde der Fürst heimlich ganz still.
Daddeldu erklärte das Ankerspill.
Plötzlich wurde Fürst Wittgenstein unbemerkt blass.

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Irgendwas war ihm zerquetscht und irgendwas nass.

Darum sagte er mit verbindlichem Gruss:
„Vielen Dank, aber ich muss – – –“
Daddeldu spuckte ihm auf die zerquetschte Hand
Und sagte: „Weet a Moment, ich bringe dich noch an Land.“

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Als der Fürst unterwegs am Ponte San Stefano schmollte,

Weil Kuttel durchaus noch in eine Osteria einkehren wollte,
Sagte dieser: „Oder schämst du dich etwa vielleicht?“
Da wurde Fürst Wittgenstein wieder erweicht.
Als sie dann zwischen ehrlichen Sailorn und Dampferhallunken

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Vier Flaschen Portwein aus einem gemeinsamen Becher getrunken,

Rief Kuttel Daddeldu plötzlich mit furchtbarer Kraft:
„Komm, alter Fürst, jetzt trinken wir Brüderschaft.“
Und als der Fürst nur stumm auf sein Chemisette sah,
Fragte Kuttel: „Oder schämst du dich etwa?“

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Wittgenstein winkte ab und der Kellnerin.

Die schob ihm die Rechnung hin.
Und während der Fürst die Zahlen mit Bleistiftstrichen
Anhakte, hatte Kuttel die Rechnung beglichen.

Der Chauffeur am Steuer knirschte erbittert.

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Daddeldu hatte schon vieles im Wagen zersplittert,

Während er dumme Kommandos in die Strassen und Gassen

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Joachim Ringelnatz: Die gebatikte Schusterpastete. Meyer, Berlin-Wilmersdorf 1921, Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Ringelnatz_Die_gebatikte_Schusterpastete.pdf/11&oldid=- (Version vom 1.8.2018)