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immer bei Ihnen zu sein, entsagen zu müssen; doch die Hoffnung auf ein ewiges, frohes Beisammensein wischt die Tränen, die ich über die Trennung vergieße, schnell hinweg. Und ein Vereinigungspunkt, auch bei persönlicher Entfernung, bleibt uns ja immer: das Gebet! O könnte ich doch eifriger, herzlicher beten, dann würde auch meine innere Freudigkeit immer mehr zunehmen!

 Ich bin mit herzlicher Liebe Ihre dankbare Tochter Therese.


An die Mutter.
Augsburg, den 19. August 1855

 Liebste Mutter, ...ich möchte im Französischen noch recht fest werden; denn wenn mein heißer Wunsch in betreff von Neuendettelsau in Erfüllung gehen sollte, könnte mir dies sehr nützlich sein. Herr Korhammer machte mir neulich den Vorschlag, Mariechen französische Stunden zu geben, dann würde er mir mehr Zeit zum Englischen widmen können. Ich war sehr erfreut darüber, denn ich wünschte mir schon längst eine Schülerin, an der ich mein Lehrtalent produzieren könnte, das unter der Leitung des lieben Fräulein Neuhofer sich doch etwas ausgebildet hat seit vorigem Jahr. Gestern sprach ich mit Herrn Kirchenrat über Neuendettelsau, und er sagte mir, ich solle Lehrdiakonissin werden. Ich wache und träume von Herrn Pfarrer Löhe...

 Leben Sie wohl, teure Mutter. Ich bin

Ihre dankbare Tochter Therese.


Empfohlene Zitierweise:
Therese Stählin: Meine Seele erhebet den Herrn. Verlag der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1957, Seite 16. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Therese_St%C3%A4hlin_-_Meine_Seele_erhebet_den_Herrn.pdf/18&oldid=2917138 (Version vom 17.10.2016)