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mehr ändern. Wir werden ohne Unterlaß für sie bitten, bis wir wissen, daß sie wieder bei Christen geborgen sind...

 Vorigen Donnerstag hatten wir zum erstenmal die Gebetsvereinigung, die Herr von Harleß in der Luthardtschen Zeitung vorschlägt. Das hat etwas sehr Erhebendes, so im Verein mit vielen Gott die Not der Kirche vorzutragen...

 Gestern waren wir am Grabe unseres lieben seligen Herrn Pfarrers. Es war sein Geburtstag. Wunderschöne Hyazinthen und Veilchen dufteten auf der teuren Gruft...

Deine Therese.


An die Mutter.
Neuendettelsau, den 7. April 1874

 Meine liebste Mutter, nur einen herzlichen Gruß Dir und allen Lieben in Ansbach. Es war mir Idas lieber Besuch wie ein schöner Traum. Aber wie froh war ich, daß sie gestern fortging, denn heute hätte sie unsern großen Schreck miterleben müssen. Unser Waschhaus hat gebrannt. Es war ein furchtbarer Tumult, aber gottlob ist kein Mensch dabei beschädigt worden und auch sonst beinah alles gerettet. Nur das Haus steht wie eine halbe Ruine da. Der ganze Dachstuhl ist abgebrannt. Wie gnädig hat uns aber Gott bewahrt, daß es nicht bei dem argen Sturm geschehen ist! Vom Kamin aus scheinen Funken in dürres Zinnkraut gefallen zu sein...

Deine Therese.


An die Mutter.
Neuendettelsau, den 5. Mai 1874

 Meine liebste Mutter, ...vorige Woche ist eine Empore in unsern Betsaal gebaut worden, und heute erwarten wir die Orgel. Nächsten Samstag wird sie, so Gott will, geweiht werden. Da ist es gerade zwanzig Jahre, daß unsere Anstalt eröffnet wurde. Welch eine lange Gnadenzeit!

 Es ist wieder so kalt geworden nach diesen Frühlingstagen. Das wird Dir auch empfindlich sein, liebste Mutter. Doch wirds nach kurzem wieder schön werden – und über ein

Empfohlene Zitierweise:
Therese Stählin: Meine Seele erhebet den Herrn. Verlag der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1957, Seite 218. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Therese_St%C3%A4hlin_-_Meine_Seele_erhebet_den_Herrn.pdf/220&oldid=2955151 (Version vom 20.11.2016)