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er in diesem Unterricht gerade die Gebiete Heidenheim und Eichstätt ab. Öfters sagte er scherzweise: „Es wird nichts übrig bleiben, als daß ihr einmal so eine Studienreise nach Eichstätt zu dem ständigen Herrn Vikar Stählin und Frau Wilhelmine von Harsdorf macht.“ Wir hielten es für Spaß, er aber für Ernst, und bekundete denselben unmittelbar vor seiner Abreise gegen den Herrn Konrektor. So ist denn beschlossen, wir wollen die Arbeitsfelder Wunibalds, Willibalds, Walpurgis’ uns anschauen; nächsten Montag früh 4 Uhr machen wir uns auf, wandeln nach Gunzenhausen, von da nach Heidenheim. Dort übernachtet man, zieht von da nach Eichstätt und kommt dortselbst am Dienstagabend an! Ach, wie soll ich es denn machen, daß ich meine Freude ein wenig hermale!

 Ja und denk nur, die Tochter junior kommt auch. Ich hoff doch, daß Du in Eichstätt bist. Marie wäre außer sich.

 Unterwegs singen, beten, erzählen etc. wir. Herr Konrektor betreibt, daß man mit reichem Stoff versehen ist. Ein Leiterwagen wird mitgenommen. Spiel- und Hesselberg werden bestiegen. – Grüße an die Geschwister.

Deine vergnügte Theresia.

 Gelt, liebes Mutterle, Du kommst bis Dienstag wieder nach Eichstätt, daß ich Dich wiedersehe. O wie freu ich mich!


An ihre Schwester Ida.
Neuendettelsau, September 1859

 Liebe Ida, ...mein Vorschlag wegen Marie ist folgender: ihrem entschiedenen Wunsch, Diakonissin zu werden, sollte man nicht entgegentreten. Sie kann, wenn sie der Gemeinschaft, die unter uns sich zusammengeschlossen, sich einreiht, gewiß viel nützen; außerdem aber sehe ich nicht recht ein, was sie immer tun soll. Sie hat Kräfte ohne allen Zweifel, mit denen sie Gott dienen kann. Zudem hat auch Herr Pfarrer, der sie doch genau kennt und richtig beurteilt, sich schon ein paarmal sehr zufrieden über sie ausgesprochen und gesagt, er hoffe, sie solle einmal eine tüchtige Elementarlehrerin werden. Nächstes Semester wird die hiesige Dorfschule (natürlich

Empfohlene Zitierweise:
Therese Stählin: Meine Seele erhebet den Herrn. Verlag der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1957, Seite 97. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Therese_St%C3%A4hlin_-_Meine_Seele_erhebet_den_Herrn.pdf/99&oldid=2951042 (Version vom 10.11.2016)