Seite:Veckenstedt - Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche.pdf/190

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welche sie im Dorfe liehen. Als sie, durch das Glockenläuten veranlasst, abgezogen waren, hat man im Berge zinnerne Teller, Kellen und Löffel gefunden, sowie einen eisernen Kasten, in welchem sich eine Menge von kleinen Löchern befanden.

Byleguhre.     
53.

Vor einigen Jahren fand man in Waldow beim Grundlegen eines Hauses einen grossen, schönen, braun glasirten Krug mit blauen Blumen darauf. Darinnen lagen vier-, sechs-, acht- und neuneckige Silber- und Goldmünzen. Man erzählt, dass dieser Krug und das Geld von den Ludkis früher dort vergraben ist.

Waldow.     
54.

Die Ludki, welche auf dem Windmühlenberge bei Cottbus lebten, haben den Bauern, welche ihnen Gefässe geliehen, viel Gutes gethan.

Cottbus.     
55.

Die Ludki pflegten nur des Nachts zu den Leuten, von denen sie etwas borgen wollten, zu kommen.

Drebkau.     
56.

Ein Bauer in Weissack hatte eine Wiese, worauf er des Nachts seine Pferde hütete. Zu ihm sind oft die Ludki gekommen, haben sich an dem Feuer, welches er gemacht hatte, gewärmt und sich mit ihm unterhalten.

Weissack.     
57.

In der Nähe von Laasow liegt ein Berg, welcher Podgat genannt wird. In dem Berge haben früher die Ludki gewohnt, wie ein Bauer das bezeugen kann. Eines Tages nämlich, als er am Berge pflügte, überfiel ihn ein heftiger Hunger. Da sprach er so vor sich hin: „Hätte ich doch nur Essen, mich hungert doch gar zu sehr.“ Kaum hatte er diese Worte gesprochen, so standen plötzlich Ludki vor ihm und reichten ihm eine Schüssel mit Buttermilch und Brod dar.

Laasow.