Seite:Wider das Schulelend.pdf/13

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Universitäten und Colleges nicht weniger als neunzehn Mitspieler tot vom Platze fortgetragen worden waren; die zahllosen Verletzungen, welche langes Krankenlager und nicht selten lebenslängliches Siechtum zur Folge hatten, sind hierbei überhaupt nicht in Betracht gezogen worden. So unbedingt sonst der Amerikaner von der Vortrefflichkeit seiner heimischen Einrichtungen überzeugt ist: diese schauerliche Statistik erregte doch die öffentliche Meinung in sehr hohem Grade, und es entstand der Ruf nach Abhilfe.

Nun besteht drüben ein ganzer Stand von Leuten, die als Trainer, Schiedsrichter usw. berufsmäßig mit dem Fußballspiel verbunden sind und sich als die Träger der Tradition wie als die eigentlichen Sachverständigen in allen Fußballangelegenheiten ansehen; auch werden sie vom Publikum so angesehen. Diese Leute traten alsbald zusammen und beriefen einen Kongreß ein, zu welchem noch als Vertreter der Universitäten und Colleges deren Präsidenten eingeladen wurden. Der Präsident der Harvard-Universität, der greise Eliot, der als Führer der amerikanischen Universitätsentwicklung und als einer der urteilsfähigsten Männer der Union allgemein verehrt wird, lehnte in einem offenen Briefe, der von allen Zeitungen abgedruckt wurde, die Teilnahme an diesem Kongreß ab. Er motivierte diesen auffallenden Schritt mit der einleuchtenden Begründung, daß er den Männern, unter deren ausschließlicher Leitung das Fußballspiel in solchem Grade hatte entarten können, nicht die Eigenschaften zutraute, die erforderlich sind, um es zu der richtigen

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Wilhelm Ostwald: Wider das Schulelend. Akademische Verlagsgesellschaft m.b.H., Leipzig 1909, Seite 7. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wider_das_Schulelend.pdf/13&oldid=- (Version vom 1.8.2018)