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und beladener Herzen erschallt. (Ebr. 13, 13.) Solche Reue, solches Leidtragen ist gut und wird oft durch Erkenntnis auch nur einer einzigen Sünde gewirkt. Da heißt es: „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden!“ (Mtth. 5, 4.) Gott gebe allen Lesern solche Reue. „Denn es muß zu einem Untergang kommen mit einem jeglichen Menschen, sagt richtig Martin Luther. Wenn nun der Mensch also untergehet und zu nichte wird in allen seinen Kräften, Werken, Wesen, daß nicht mehr, denn ein elender, verdammter, verlassener Sünder da ist: dann kommt die göttliche Hilfe und Stärke. Also (Hiob 11.) wenn du meinst, daß du verschlungen seiest, erst so wirst du hervorbrechen, wie der Morgenstern.

 Es ist aber hiermit genug gesagt von der Reue, welche nichts anderes ist, als eine lebendige Selbsterkenntnis, weshalb Nr. 9 auch hierher paßt.


12.
Beichten ohne Reue ist verwerflich.

 Nur wer seine Sünden erkennt und bereut, soll sie beichten oder bekennen. Es giebt eine Kenntnis und Erkenntnis der Sünde, die ohne Reue ist. Wer bloß diese hat und beichten, d. i. bekennen will, der sehe wohl zu. Erkennt einer seine Sünden und meint selbst nicht genugsame Reue darüber zu haben, ist ängstlich darüber, daß sein Herz nicht traurig ist: einem solchen verwehren wir nicht, zu beichten; es

Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Löhe: Einfältiger Beichtunterricht für Christen evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1900, Seite 26. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Beichtunterricht_(4._Auflage).pdf/28&oldid=- (Version vom 17.7.2016)