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den gemeinen Leuten wird es allenfalls noch fruchten; „tastet man aber die Berge an, so rauchen sie.“ Laß’ aber rauchen und Feuer speien, was geht es den an, der Sein Amt in Lieb und Treue verwaltet? Ein treuer Diener ist treu gegen die, welche seine Treue mit Dank annehmen, nicht minder aber auch gegen die, welche ihn dafür hassen; – er liebet frei und kann sich trösten, wenn es aus dem Walde anders widerhallt, als er hineingerufen hat. Denn mit ihm ist Gott!


 „Ihr thätet wohl daran, schreibt Luther in einem Bedenken von Zeremonien und Bann wieder aufzurichten, – und ließe mir’s gefallen, so ihr den Bann wieder anrichten könntet, nach Weise und Exempel der ersten Kirchen. Aber es würde den Hofjunkern eurer Führnehmen sehr faul thun und sie hart verdrießen, als die nun des Zwangs entwöhnet sind. Unser Herre Gott stehe auch bei und gebe Sein Gedeihen dazu. Hoch wäre solche Disziplin vonnöten; denn der Mutwille, daß jedermann thue, was er nur will, nimmt zusehends überhand und wird durchaus eine lautere Schinderei.“


 So schwer es auch ist, den Bindeschlüssel nach des Herrn Befehl zu gebrauchen, so nötig ist es und so ganz und gar ist es Pflicht der Kirchendiener. Denn wohl sagt ein alter Lehrer, D. G. C. Dannhauer: „Es wäre ein liederlicher Haushalter,

Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Löhe: Einfältiger Beichtunterricht für Christen evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1900, Seite 86. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Beichtunterricht_(4._Auflage).pdf/88&oldid=- (Version vom 17.7.2016)