Seite:Wilhelm Löhe - Predigten für die festliche Hälfte des Kirchenjahres.pdf/197

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15 ff.) im Alten Testament und Petrus im Neuen Testament (Apg. 3, 22. 23) versichern im Namen des Gottes, welcher bei aller Gütigkeit dennoch ein Gott ist, der täglich drohet: „Es wird geschehen, welche Seele denselbigen Propheten nicht hören wird, die soll vertilgt werden aus dem Volk!“ und: „Gott ist nicht ein Mensch, daß ER löge, noch ein Menschenkind, daß Ihn etwas gereuen könnte!“ – Dagegen aber hat es eine große Verheißung, so jemand Seine Rede hört. Denn es steht geschrieben: „Selig ist, wer Gottes Wort hört und bewahrt in einem feinen und guten Herzen!“ ER selbst aber spricht: „Meine Schafe hören Meine Stimme und sie folgen Mir, und Ich gebe ihnen das ewige Leben!“ Ja, ER spricht: „Ich bin das Licht der Welt, wer Mir nachfolget, der wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben!“ Wie kann es auch anders sein! Wer Ihn hört, der lernt Ihn kennen, und zwar nicht allein als einen Redner, sondern als einen Thäter! Wer Ihn hört, der bekommt zu hören von dem, was Christus mußte leiden für die Menschheit, der Prophet Christus macht ihn bekannt mit dem Lamm Gottes, das Christus heißt und der Welt Sünde trägt, der Prophet Christus predigt von unserer Versöhnung, die Christus heißt, ER wird durch den ewigen Redner vorbereitet, eingeführt in das Geheimnis der erlösenden Liebe und durch Ihn befriedigt, erfreut, ja selig gemacht. Denn was ist größere Freude, als wenn man erkennt, daß alles für die Ewigkeit bereits gethan ist durch JEsum Christum, daß man vor Tod, Grab und Gericht nicht mehr zagen, noch erschrecken darf? Was ist größere Freude, als vom Tode zum Leben hindurchzudringen; und was heißt’s anders, als vom Tode zum Leben hindurchdringen, wenn man an Ihn gläubig wird, wie geschrieben steht: „Wer an Ihn glaubt, der ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen!“ Ja, was ist eine größere Seligkeit, als das, wenn man Ihn hat, Ihn hält im Glauben, den ewigen Schatz, das höchste Gut, in welchem alles zusammengefaßt ist, was dem Menschen fehlt zur Vollkommenheit, bei welchem alles fehlt, was unser Glück hier stört? Ihn, von welchem ein Seliger spricht: