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Am Sonntag Rogate.
(Nürnberg 1834.)


Joh. 5, 25–29. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören; und die sie hören werden, die werden leben. Denn wie der Vater das Leben hat in ihm selbst; also hat er dem Sohne gegeben, das Leben zu haben in Ihm selbst. Und hat Ihm Macht gegeben, auch das Gericht zu halten, darum, daß ER des Menschen Sohn ist. Verwundert euch des nicht; denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden Seine Stimme hören; und werden hervorgehen, die da Gutes gethan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übels gethan haben, zur Auferstehung des Gerichts.

 Als der Erzvater Noah aus seinem Kasten gegangen war, opferte er dem lebendigen Gott Brandopfer. Der HErr aber roch den lieblichen Geruch und sprach in Seinem Herzen: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Samen und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ Und wie ER gesagt hat, so geschieht es bis auf den heutigen Tag, gerade als käme es von selbst. Die Gestalt der Erde, wie sie gegenwärtig ist, die milden Lüfte, in welche sie gehüllt ist, die warmen Regentropfen, die das Land segnen, die Blüten und Gräser allzumal beweisen es, daß der Herr gesonnen ist, Seinen Bund auch heuer wieder gelten zu lasten.

 Meine Brüder! Auch in der Verneuerung der Erde im Frühling erkenne ich aber nicht allein die Macht des Vaters, sondern auch die Herrlichkeit des Sohnes. Dafür habe ich zwei Gründe: fürs erste thut Gott alles durch Seinen lieben Sohn, und auch jenen Bund, mit Noah aufgerichtet, hat ER