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Luc. 23, 46.
46. Und JEsus rief laut, und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in Deine Hände. Und als Er das gesagt, verschied Er.

 Beim Beginn der sechs schweren Stunden richtete JEsus Sein erstes Wort an den Vater, indem Er sprach: Vater, vergib, sie wißen nicht, was sie thun. Am Schluße dieser Stunden richtete Er Sein letztes Wort gleichfalls an den Vater: „Vater, spricht Er, in Deine Hände befehle ich meinen Geist.“ Also Eine Richtung hat der Sohn auch in der schwersten Zeit Seiner Leiden mit allen Treuen festgehalten; von all dem Ungeheuern, was ihm begegnet ist, hat nichts auf ihn die Macht ausgeübt, daß Sein Verhältnis zu Dem, der Ihn gesandt hatte, erschüttert worden wäre. Bewundern wir an dem heiligen Paulus die Gesinnung und das Wort, das wir am Schluße des achten Capitels an die Römer lesen, die Gesinnung des unerschütterlichen Vertrauens, daß er nicht werde abgetrennt werden von der Liebe Gottes, die in Christo JEsu ist, so finden wir in dem letzten Worte JEsu und in der von Ihm ausgesprochenen Gesinnung den Grund und die Quelle, aus welcher allen anderen Christen, wer sie auch seien, ein ähnliches Vertrauen, eine ähnliche Zuversicht quillt. Aehnliches Vertrauen, ähnliche Zuversicht, sage