Seite:Wilhelm Löhe - Sieben Vorträge über die Worte JEsu Christi vom Kreuze.pdf/145

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man an deßen Stelle noch andere oder doch einen zweiten entgegengesetzten denken könnte? Diese Fragen, meine lieben Brüder, könnten euch wunderlich erscheinen, da sie doch auf JEsum Christum hin und Seinen Tod keinen Zweck haben können. Er kann ja nicht anders, als in die Freuden der Ewigkeit eingehen und es ist unmöglich, daß Seine Seele von anderen Händen, als von denen des himmlischen Vaters in Empfang genommen werde. Dennoch aber liegt in meinen Fragen ein Sinn. Es geht ja nicht jede abscheidende Seele in des Vaters Hand, denn es ist unter der Hand des Vaters nicht die pure Allmacht zu verstehen, welche auch die Hölle umfaßt, sondern es liegt in dem Ausdruck die schützende Macht des himmlischen Vaters gegenüber der verderbenden Macht des Teufels und seines ewigen Reiches, der Hausfriede Gottes und die ungestörte Ruhe der Ewigkeit im Gegensatz zu der ewigen Unruhe der Verdammten. Indem der HErr JEsus Christus Seinen Geist dem Vater befiehlt, opfert Er ihn nicht bloß für uns alle auf, sondern Er versagt und verweigert ihn dem Satan und seiner Gemeinschaft, und geht als ein Herzog aller derer, die da selig werden, mit Ruhm und Preis Seines Vaters in das heilige Paradies, den Aufenthalt der seligen Seelen. Ebendamit zeigt Er uns unser eigenes Ziel, nach welchem wir trachten müßen. Viele Seelen, die aus dem Leibe scheiden, finden nicht die Begleitung Lazari zum Schooße des ewigen Friedens, sinken auch nicht einfach und einsam, wie Steine in die ewige Verdammnis nieder, sondern es wartet auf sie die Gesellschaft der Dämonen und der Aufenthalt im Gefängnis. Wie schauerlich ist es, denken zu müßen, daß irgend einer von uns von Engeln Beelzebubs erwartet, empfangen, geleitet