Seite:Wilhelm Löhe - Sieben Vorträge über die Worte JEsu Christi vom Kreuze.pdf/60

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würden durch diesen Satz die ersten Worte des HErrn über die letzten gestellt; aber das ist keineswegs die Absicht. Was sich mehr auf die Person JEsu bezieht, ist deshalb nicht weniger in Liebesabsicht für andere geschehen, und was kenntlicher in der Liebe heraustritt vernehmlicher von ihr redet, ist deshalb nicht minder tief gemeint. Doch ist ein Fortschritt der Arbeit, des Kampfes und der Liebe von den ersten Worten Christi zu den zweiten; wie Sein Gang zum Ziele, so steigert sich Sein Wort und Ausdruck. Das Wort, welches wir heute zu betrachten haben, steht auf der Schwelle der ersten Worte und ihrer Bewegung zu den zweiten. Es liegt mitten inne. Man könnte zwar fragen, ob nicht dies Wort eigentlich das zweite wäre, und also unser bisheriges zweites an die dritte Stelle rücken sollte; aber laßen wir einmal die angenommene Folge, welche sich doch auch dem einfachen Betrachter empfehlen kann. Beide Worte, das an die Mutter und Johannes, wie das an den Schächer, predigen Lebensabschied, Todesnähe; aber das an den Schächer ist in dieser Hinsicht stärker. Von der Mutter und Johannes nimmt der HErr Abschied, und überläßt sie dem zeitlichen irdischen Leben, es ist mehr ein Wort des Ausgangs. Dagegen die Rede an den Schächer deutet mehr auf den Eingang in ein anderes Leben, ins Paradies, und man kann daher sagen, es liege in der Folge der beiden Worte, die wir angenommen haben, wenigstens ein innerer Fortschritt, um deßen willen man geneigt werden kann, auch die äußere geschichtliche Folge so anzunehmen, wie wir gethan. Am Anfang der sechs Stunden gedenkt der HErr Seiner Feinde, deren Grausamkeit allein schon genug ist, um Ihm die Fürbitte für sie zum ersten Geschäfte am Kreuze zu machen. Sein zweites Wort