Spruner-Menke Handatlas 1880 Karte 53

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Autor: Theodor Menke, Karl Spruner von Merz u. A.
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Titel: Frankreich nach seiner kirchlichen Eintheilung bis 1322
Untertitel:
aus: Hand-Atlas für die Geschichte des Mittelalters und der neueren Zeit
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Auflage: 3. Auflage
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Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Justus Perthes
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Erscheinungsort: Gotha
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Spruner-Menke Handatlas 1880 Karte 53.jpg

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Frankreich. Nr. III. Frankreichs ältere kirchliche Eintheilung bis zum Jahre 1322. Nebenkarte: Frankreichs kirchliche Eintheilung von 1322 bis zur Revolution. Von K. v. Spruner; Revision von Th. Menke.

Für die Hauptkarte sind für die gegenwärtige Auflage insbesondere die seit Erscheinen der ersten herausgegebenen Bände der Gallia Christiana der Congregation von S. Maur, die mir zugänglich gewordenen Chartulare französischer Klöster und die Bearbeitungen französischer Diöcesen von Desnoyers in Annuaire historique XVII. XVIII. XXV. XXVII. benutzt. Die Diöcesen von Besançon, Grenoble, Die sind nach ihren Pouillés eingetragen. Für Cambray war das Cameracum Christianum und Duvivier Recherches sur le Hainaut ancien massgebend, für Tournay Piot les limites et les subdivisions de l’ancien diocèse de Tournay, Bruges 1870, für Morinensis die Urkunden bei Miraeus O. D., für die Diöcesen von [16] Bretagne die Karte in Aurélien de Courson’s Ausgabe des Cartulaire de Redon (Collection de documents inédits 1863), für Lyon Auguste Bernard’s Ausgabe des Cartulaire de Savigny (ebendaselbst 1853).

Eine nicht unbedeutende Anzahl bemerkenswerther Klöster ist in dieser Auflage zugefügt. Die Namen erscheinen zum Theile in besserer Form. Die Endung –acus ist überall statt des in Frankreich nur ausnahmsweise oder gar nicht vorkommenden –acum gesetzt.

Die Nebenkarte zeigt die kirchliche Eintheilung, die nach den Albigenserkriegen sich entwickelte und bis zur Revolution gültig war.

Unter Johann XXII. wurde im südlichen Theile der Kirchenprovinz von Bourges Alby zum Metropolitansitze erhoben, und demselben Cahors, Rodez und Mende, nebst den neuerrichteten Castres und Vabres als Suffragane untergeben. Von Narbonne ward Toulouse als Erzstift abgerissen, welches als Suffragane die in seinem Gebiete errichteten Bisthümer von Montauban, Lavour, Lombez, Rieux, St.-Papoul, Pamiers und Mirepoix erhielt. Im geistlichen Gebiete von Narbonne wurden zu Aleth und St.-Pons neue Bisthümer gegründet. Unter Clemens VIII. wurde 1602 der Sitz des Bisthums von Elne nach Perpignan versetzt. Schon 1317 waren die wesentlichen Districte des grossen Bisthums von Poitiers abgetrennt, und zwei neue Sitze zu Luçon und Maillezais errichtet, welcher letztere jedoch 1652 nach la Rochelle verlegt wurde. Paris wurde 1622 durch Gregor XV. von Sens abgerissen, zur Metropole erhoben und demselben die Bischöfe von Chartres, Orléans, Meaux und Blois untergeben.

Im Laufe des XVI. Jahrhunderts wurden auch in der französisch-belgischen Kirchenprovinz wichtige Veränderungen vorgenommen. Im Jahre 1559 trennte nämlich Paul IV. die nördlichen Theile des Reimser und Kölner Erzbisthumes von diesen Metropolen und gründete daselbst die drei neuen Erzstifte von Cambray, Mecheln und Utrecht. Ersteres erhielt die frühern Bisthümer von Arras und Tournay, und die im selben Jahre neuerrichteten von Namur und St.-Omer zu Suffraganen. Unter Mecheln wurden die ebenfalls sämmtlich neugegründeten Bisthümer von Antwerpen, Gent, Brügge, Ypern, Roermonde und das bald protestantisch gewordene Herzogenbusch gestellt.

Die Provinz von Utrecht mit den Suffragandistrikten von Middelburg, Harlem, Deventer, Leeuwarden und Gröningen zur Abwehr gegen die Reformation errichtet, folgte jedoch gar bald derselben. 1559 war auch durch Pius IV. der Bisthumssitz von Terouenne nach Boulogne verlegt worden.