Spruner-Menke Handatlas 1880 Karte 77

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Autor: Theodor Menke, Karl Spruner von Merz u. A.
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Titel: Oströmisches Reich und West-Asien von der Zeit Justinian’s I. bis zum Untergange des Reiches der Sassaniden 642
Untertitel:
aus: Hand-Atlas für die Geschichte des Mittelalters und der neueren Zeit
Herausgeber:
Auflage: 3. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Justus Perthes
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Erscheinungsort: Gotha
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Spruner-Menke Handatlas 1880 Karte 77.jpg

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No. II. Oströmisches Reich und Westasien von der Zeit Justinian’s I. bis zum Untergange des Reichs der Sassaniden (642). – Nebenkarte: Ghassanide Ortschaften in der römischen Provinz Arabia. Von Th. Menke.

Das vorislamitische Arabien in seinen letzten Zeiten ist unter Vergleichung von Caussin de Perceval nach einem gehaltvollen Aufsatze Blau’s (nebst Karte), den der Herr Verfasser die Freundlichkeit hatte mir im Manuscript zur Benutzung mitzutheilen und den derselbe, wie zu hoffen steht, der Oeffentlichkeit nicht entziehen wird, gezeichnet.

Ueber die Geographie der Ghassaniden hat Wetzstein (Reisebericht über Hauran und die Trachonen. Berlin 1860) sehr werthvolle Mittheilungen geliefert. Die Besitzungen dieser im Vasallenverhältniss zu Byzanz stehenden Dynastie fielen theilweise in die römische Provinz Arabia. Eine Aufklärung der daraus entstandenen eigenthümlichen staatsrechtlichen Verhältnisse aus den Quellenschriftstellern ist bis jetzt meines Wissens noch nicht beschafft worden.

Das Reich der Sassaniden ist nach den gleichzeitigen byzantinischen Schriftstellern, sowie nach Hamza, Abulfeda historia anteislamica, Mirkhond, Firdusi und Maçûdi eingetragen. Auch für diesen Theil der Karte gab Herr Generalconsul Blau bereitwilligst einige mit Dank benutzte Aufklärungen. Die Identität von Vazaine (Uzaine) und Lapato bei Procop mit Khuzistân und Ahwaz ist von Mordtmann nachgewiesen (Z. d. D. M. G. IV, 508.).

Was die Grenzen der hunnischen Ephthaliten betrifft, so lag nach Procop Gorgo (= Gorģan, Blau) an ihren Grenzen. Bis kurz vor 568, um welche Zeit sie von den Turken zurückgedrängt wurden, hatten sie nach Menander (Müller, fragm. hist. IV) Sogdiana inne, und nach Abulfeda besassen sie das Land zwischen Khorassân und Turcomania. Nach Cosmas Indicopleustes trennte der Fluss Phison (Indus) das Gebiet der Hunnen von den Indern, und dass unter diesen Hunnen nur sie gemeint sind, erhellt aus der Nachricht des Mirkhond, wonach Kesra Anuschirwan im Kampfe gegen die Ephthaliten Tocharestan, Cabulistan und Saganian (?) unterwarf.

Im Gebiete der Ephthaliten, sowie in dem der Turken sind die chinesischen Namen nach des Hiuen-Thsang Reisebericht (629 bis 649 n. Chr.) eingetragen, in Indien dagegen, für welche derselbe Bericht nebst Lassen’s indischen Alterthümern Hauptquelle ist, nur die entsprechenden Sanskritnamen. Wegen der linguistisch interessanten Uebertragung derselben in das Chinesische verweise ich auf Stanislas Julien’s Uebersetzung.

Die Situation ist grossentheils nach Kiepert’s trefflichen Karten gezeichnet.