Topographia Alsatiae: Luders

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Topographia Germaniae
Luders (heute: Lure)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643/44, S. 32.
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Luders Ludera.

Ein Städtlein / Schloß / und Fürstliche Abbtey an Hoch-Burgund stossend / welches Kloster mit Murbach incorporiert, aber keinen eigenen Anschlag; wiewol der Abt von Luders Stimm / Stand / und Session im Reich hat / und insonderheit beschrieben wird / auch die Regalia noch absonderlich empfangen worden. Chur-Fürst Ludwig Pfaltz-Graff hat / zun Zeiten deß Gecken-Kriegs im Elsaß / seine Gesandten hieher zum Delphin Ludovico auß Franckreich geschickt. Herr Ertz-Hertzog Leopold Wilhelm von Oesterreich ist jetzt Administrator allhie; wiewol der Zeit es mit beyden Stifftern / Murbach und Luders nicht zum besten stehet: so der verderbliche Krieg verursachet. Und haben Luders die Frantzosen erobert / so hernach Anno. 1636. im Herbst / die Käyserischen vergebens Anfangs wieder einzubekommen versucht: Aber / da sie hernach diesen Ort stärcker angegriffen / denselben innerhalb zween Tagen bezwungen haben.

Es schreibet B. Ph. von Kemnitz / im 2. Theil von dem Königlichen Schwedischen im Teutschland geführten Krieg / lib. 2. daß Anno 1634. allhie / zu Lüders / der Frantzösische Feld-Marschalck / Hebron / dem Herrn Rheingraffen Oth Ludwigen / mit der Aufforderung bevor kommen: daher Sie streitig worden / wer es haben solte. Es hät aber solchen Orth Hebron hinweg genommen: auch das Schloß Passavant / als eine Dependentz deß Stiffts Lüders / doch eine sonderliche Herrschafft / die der Rhein-Graff occupirt hatte / haben wollen: seye aber nichts darauß worden: ob schon Franckreich / wie Er vorher saget / dieses Lüders / wie auch Zabern / und Hagenau / in seine Protection genommen. In dem Friedens-Instrumento ist versehen worden / daß Franckreich den Herrn Abbt allhie / in der Freyheit / und Besitz der Unmittelbarkeit gegen dem Römischen Reich / lassen solle. Siehe unten Passavant.