Topographia Austriacarum: Marchburg

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Topographia Germaniae
Marchburg (heute: Maribor)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1679, S. 44–45.
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Marchburg / oder Marburg.

Ist auch eine Landsfürstliche / aber in Unter-Steyer / auff der Landstrassen nach Cilly / und Laybach / 9. Meilen von Grätz / an der Traa / Drab / oder Dravo, gelegne / und fein erbaute Statt; welche Lazius lib. 12. Reip. Rom. sect. 4. cap. 4. der Alten Castra Marcena, oder Mariana, oder Marciana Ammiani Marcellini, zu seyn erachtet / und daß viel alte Sachen allda gefunden werden / sagen thut. Man hat von besagtem Grätz 3. Posten / als 1. gen Wildan / 1. gen Ehrenhausen / (so Eggenbergisch) und die 3. hieher. Hat 2. Schlösser / eines ausser der Statt / Ober-Marpurg genant / so neulich Herrn Veit Sigmunden / Freyherren von Heberstein / und seinen Erben / gehört hat / denen es Herr Geörg Barthlome Kysel / Graff zu Gotschee / etc. neulich aber kaufft haben solle; der sonsten vorhin das andere Schloß allhie in der Statt / die Burg genant / sampt denen darzu gehörigen Gütern / gehabt. Welche Burg diese Gerechtigkeit hat / daß die Becken in der Statt / ihr Korn in derselben kauffen / und nehmen müssen. Sonsten wird die Statt selbsten durch Richter und Rath regiert. Es hat vorhin eigne Grafen allhie gehabt auß welchen Bernhardus gewesen / der solchen Ort dem Marggrafen Ottocaro III. in Steyer verkaufft hat / wie Lazius an obgedachtem Ort / und libro 6. Migrat. Gentium, wie auch Spangenberg im 1. Theil Adelspiegels lib. 10. cap. 15. fol. fol. 290. schreibet. Der letzte Graff Ulrich von Marchburg solle noch Anno 1240. gelebt haben. Die Herren von Scherffenberg / Herrn zu Landtrost / und Troja / haben sich folgends um solche Graffschafft angenommen / unter denen Herr Wilhelm von Scherffenberg sie / zun Zeiten Hertzog Leupolden zu Oesterreich / verschertzt / daß die Hertzogen diese Graffschafft / sampt der Statt (darumb auch bißhero ein stätiger Krieg zwischen den Fürsten / und den besagten Scherffenberg / jetzt gemeinlich von Schafftenberg genant / als der angestorbnen Grafen Vettern / gewesen) gar zu sich genommen / und die Söhne in Ober-Oesterreich / und andere Ort / versetzet haben. Anno 1532. im September, seynd die Türcken / in ihrem Abzug von Grätz / hieher kommen / haben da eine Brücken über die Troa gemacht / wie zwar Megiserus schreibet / und seynd wieder auff Griechisch Weissenburg zugezogen / darunter der Käyser Solymannus selber gewesen. Nicolaus Isthuanfius schreibet lib. 11. rer. Ungar. pag. 183. seqq. daß Er Solyman / nach Belagerung der Statt Guntz in Ungarn / vielem Umschweiff / und erlittenen grossen Ungelegenheiten / bey Grätz über die Muer gesetzt / von dannen hieher auff Marpurg / vier Meilen oberhalb Pettau gelegen / kommen / und weilen es da keine Brücken gehabt / nicht ohne Gefahr / durch die Drab geschwummen / der seinen aber viel ersoffen seyen. Von hinnen hab Er gar einen rauhen / und engen Weg / zwischen dem Gebürg und der Drab / oder Traa / biß zum Dorff Sauritz gehabt / auff welchem kaum einer zu Fuß fortkommen / an vielen Orten / könne; von besagtem Dorff aber / seye Er in die offene / und weite Felder Viniciae, und Varasdiu, oder Warasdini, biß nach Rasinia gelangt / und keinen Schaden gethan; auß welchem Schloß / so drey Meilen unter Warasdin gelegen / ohngefehr ein Schuß geschehen / daß davon ein vornehmer Türck geblieben; daher die Janitzaren Schloß / und Stättlein angezündet / und schier jederman daselbsten umgebracht haben / so sich gewehret. Es seye aber allda Georgius Hustius gefangen / und hinweg geführt worden / der hernach fast alle Morgenländer / biß in Indien / durchreiset / und solcher Räisen Beschreibung hinterlassen habe. Allhie hat sich das Kriegsheer getheilet / und ist der Obrist Bassa Ibraim, auffs Schloß Herbartiam, Crisum, Gudocium, Chasmam, Montem Claudium, Velicam, und endlich auff Zapoliam, Königs Johannis in Ungarn Vatterland / zu kommen / auch friedlich vorüber gezogen: Er / der Käiser Solyman / aber / hat sich auff die lincke Hand geschlagen / und ist von Rasinia erstlich auff Capronciam, und Veruciam, darnach durch das Land Posega, zwischen den Wassern [45] Sau / und Drab / in Sirmium gelangt / und seynd beede Theil deß Kriegsheers fast zu einer Zeit auff Griechisch Weissenburg kommen / und haben hernach schier mitten im Winter Adrianopel erreicht; und nichts denckwürdiges / weilen besagter Ibrahim den Christen wol gewogen gewesen / und seinen Herren mit Fleiß also herum geführt / (weßwegen Er auch hernach hingerichtet worden) verrichtet.