Topographia Austriacarum: Rudolphswörth

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Rudolphswörth (heute: Novo mesto)
<<<Vorheriger
Radmanstorff
Nächster>>>
Stein in Oberkrain
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1679, S. 72.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Novo mesto in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[72]
Rudolphswörth / oder Neustättl.

Diese Landsfürstliche Statt liegt an dem Wasser Gurck / in Unter-Crain / und wird vor die fürnehmste / nach Laybach / im gantzen Land gehalten / und jetzt ins gemein Neustättl; die Probstey aber allda noch Rudolphswerd / oder Wörth / genant. Und will man solchen Ort für gar alt halten / weilen ein König der Gothen / Nahmens Chiniva, zun Zeiten deß Käisers Decii, mit seinen Gothen / die um die Thonau lagen / denselben / so damals ein Römische Reichs-Statt gewesen seye / solle belagert / aber nicht erobert; und folgends König Dieterich von Bern allhie Hoff gehalten haben; welches wir dann / weilen hierzu ein mehrer Grund erfordert wird / auff seinem Werth / und Unwerth beruhen lassen wollen. Anno 1435. ist diese in den Steinklippen / (da gleichwol keine Berg in der Nähe seyn) gelegene Statt Rudolphswerd / vom Hertzog Alberto zu Oesterreich / und dem Grafen von Cilly / belagert / und gestürmet; aber von Käiser Friederichs Volck tapffer beschützt worden. Und hat ihr der Käiser hernach die Freyheiten geben / so sie noch hat; wie Megiserus in der Kärndterischen Chronic / fol. 1113. hievon zu lesen. Es hat da den fürnehmsten Weinwachs in Crain; und ist in der Statt ein Franciscaner Closter / und der Landschafft Provianthauß.

Ein Meil Wegs von dannen ist ein warmes Bad / Neustätter Döplitz / oder Töplitz genant / und unter die Herrschafft Seusenberg gehörig / so von vielen presthafften Leuten mit grossem Nutzen besucht wird. Und liegt nicht weit von Neustättl das schöne Schloß Hopfenbach. Lazius lib. 12. Reipubl. Roman. sect. 5. cap. 3. vermeynt / daß der Alten Anassum, das Dorff und Schloß Altenburg bey Rudolphswerd seye; dabey nahend Ober- und Unter-Nassenfuß liegen / so sich auff den alten Nahmen ziehen.