Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae: Neuhauß

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Neuhauß (heute: Jindřichův Hradec)
<<<Vorheriger
Nepomuck
Nächster>>>
Nymburg
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 49.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Jindřichův Hradec in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[49]
Neuhauß / Hradetz.

In dem Bechyner-Cräiß / nahend Strasch und Rzetzitze / oder Kardassowa / gegen Oesterreich / gelegen / so vorhin eigene Herren dieses Namens gehabt hat / deren in den Historien viel gedacht wird / und die jederzeit gar eyferig in dem Römischen Glauben gewesen seyn / wie die Hussiten / König Georg in Böheim / und andere / wol erfahren haben. Und auß solchem Geschlecht war auch Herr Joachim von Neuhauß / Ritter deß güldenen Vließ / und der Cron Böheim Canzlar / auch Käiserlicher geheimer Rath / der im Jahr 1565. den 12. Christmonats / mit Roß und Wagen jämmerlich ertranck / als ein Stück von der Brücken zu Wien / über der Donau / eingangen war; wie Martin Boregk / in der Böhmischen Chronik / am 678. Blat / schreibet. Nach Abgang dieser Herren von Neuhauß / ist ihre Herrschafft / unsers Wissens / meistentheils an die Herren Slawata kommen; und hat im Jahr 1618. Neuhauß / Stadt und Schloß / Herrn Wilhelm Slawata von Culm und Kossumberg / etc. Königlichen Böhmischen Cammer-Präsidenten und Stadthaltern / etc. gehört. Anno 1467. haben diese Stadt deß besagten Königs Georgii 2. Söhne / Victorin und Heinrich belägert. Anno 1615. seyn allhie den 20. May 460. Häuser / samt dem Jesuiter Collegio, abgebronnen. In gedachtem 1618. Jahr / zu Anfang deß Böhmischen Kriegs / haben die Böhmischen Stände Neuhauß besetzt / so Graf Tampier 2. mal vergebens zu erobern sich unterstanden: gleichwol die Vorstadt außgeplündert und abgebrant; und hat auch Graf Bucquoy den 27. Octobr. darvor nichts außgerichtet; wie in deß Sethi Calvisii Chronologia, fol. 892. a. b. und 899. a. und in den Relationen / zu lesen. Aber 1645. hat der Schwedische General Feld-Marschall Torstensohn / nach der zuvor bey Jankow erhaltenen Schlacht / diesen Ort bald einbekommen / und ihn mehrers bevestiget.

Es ligt noch ein Neuhaus in diesem Bechyner Cräiß / nahend Dobra Woda / so ein vestes Schloß seyn solle; wie es dann auff einem Berg gelegen ist. So wird in Tomo V. Theatri Europ. fol. 1214. a. gesagt / daß Neuhauß Anno 1646. an die Schwedisch-Wittenbergischen / so für Nachod lagen / übergangen seye; wird aber nicht gemeldet / was es für ein Neuhauß seye.