Topographia Circuli Burgundici: Alkmar

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Topographia Germaniae
Alkmar (heute: Alkmaar)
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Ambsterdam
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 118–119.
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[118] Alkmar / Almeria, Alcmaria. Eine Stadt in der Gegend / so insgemein Nord-Holland / oder das Norderquartier von Holland genennet wird / 3. Meilen von Horn gelegen. Theils wollen / daß der Name von den Seen herkomme / mit welchen sie in der Menge umbgeben / gleichsam Al-Meer. Andere vermeynen / daß sie gleichsam Alecmeer, oder ein See zu nennen / der aus unterschiedlichen Bächlein zusammen fliesset. Dann es umb diese Stadt / wie auch sonsten in dem gedachten Nord-Holland viel Lachen und See hat / deren eins theils / als de Beemster, de Waert, de Purmeer, de Wormeer, und andere / die Inwohner ausgetrocknet / und zu Viehwayden gemacht haben. Sie ist mit Wällen und Bollwercken wohl versehen; und gibt es da allerley Schnabelwayde. Von hinnen seyn vornehme Leuthe / als Petrus Forestus, der berühmte Medicus, Petrus Nannius, Adrianus Metius, und Cornelius von Drebbel / bürtig gewesen; welcher letzte / als ein berühmter Naturkündiger / den Motum perpetuum erfunden; auß einem Kleid viel andere / von mancherley Farben / machen; in einem Baum sich verwandlen; allerhand Thier-Form annehmen / und anders mehr wunderliches / durch die Optic, zuwegen bringen können; wie beym Hegenitio in Itinerario Frisio-Hollandico, pag. 73. seqq. mit mehrerm; und daselbst auch von den schönen Gemälden / als der 7. Werck der Barmhertzigkeit / deß Jüngsten Gerichts / Graff Florentii von Holland / und deß gedachten Foresti Grabmahlen / so in der Kirchen allhie zu sehen / zu lesen. Sihe auch vom gedachten Drebbelio, D. Besoldum, in Thesauro practico, voc. O ewiger Lauff / lit. O. pag. 591. Meteranus schreibet von ihme lib. 29. der Niederländischen Historien / im Jahr tausend sechshundert und zehen / also: Cornel. Tribbel / zu Alckmar in Holland / hat jetzt unterhanden ein Instrument oder Calvi-Cimbel / welches von sich selbsten spielen soll / durch krafft der Sonnen-Stralen / welcher Krafft / und wann es schon in einem Keller stünde / er darein weißt zu führen und zu leiten. Die Friesen haben diese Stadt zwey- und das letzte mal Anno 1132. verbrandt. Hernach hat Käyser Wilhelm nahend dabey Anno 1255. das gar veste Schloß Thorenburgund erbaut / auch denen von Alckmar das Burgerrecht geben. Anno 1328. ist sie / sambt der Kirch / durch ein unversehenes Feuer abgebronnen. An. 1509. ist das schöne Rahthauß / mit den Schützengärten / und der steinern Bruck allhie erbaut worden. Anno 1572. als sie von Spanien abgewichen / hat man die Stadt erweitert / und mit neuen Wercken bevestigt; daß sie heutigs Tags wegen ihres Lagers / offentlichen und privat Gebäuen / auch sehr lustigen Gärten / und ihrer Handlung halber / und daß sie Anno 1573. als im Jahr nach der Erweiterung / eine Belagerung / so Don Friderich von Toledo, und seine Spanier / mit zimlichem [119] Verlust ihres Volcks / vergeblich da fürgenommen / so hertzhafft außgestanden / berühmt ist. Hat ein Zuchthauß.

Ein wenig über tausent Schritt von dannen ist die alte Stadt Verona gelegen gewesen / so laut deß Versleins / eCCe CaDIt Mater FrIsIae, Anno 1303. von Graff Hansen von Hennegöu / Holl- und Seeland zerstört und geschleifft worden seyn solle. Das Land herumb / wo solche gelegen / wird noch Vroonland genannt. Und schreibet Aub. Miraeus, in Fastis Belgicis p. 594. man sage / daß die Heiligen Cassius, und Florentius, mit ihren Gesellen / auß der Thebaeischen Legion / bey dieser weyland berühmten Stadt getödet worden seyen. Sihe von Verona / neben den Niederländischen Scribenten / auch C. Ens in delic. apodem. per Germaniam p. 180. seq.