Topographia Circuli Burgundici: Anhang

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Moers
<<<Vorheriger
Zutphen
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 92.
Wikisource-logo.png Moers in Wikisource
Wikipedia-logo.png Moers in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[92]
Anhang.

Zum Hertzogthumb Geldern rechnen theils heutigs Tags auch die Stadt und Graffschafft Moers / Meurs / Mörsch / Morsia, Mursa, wiewol solche eigentlich dahin nicht gehören; sondern vor Jahren Reichs-Lehen gewesen / und eigne Grafen / sambt Rodenach / und Sarwerden gehabt haben; Und als der Hertzog von Cleve einsmals die Lehen darüber ertheilet / der Reichs-Fiscal sich darwider gelegt hat. Es ist aber diese Grafschafft Mörs / vom Graf Wilhelmen zu Widt und Mörs / auf den Grafen zu Neuenar / seinen Tochtermann kommen / so An. 1589. gestorben; dessen Wittib / die zuvor in der ersten Ehe / den enthaupten Grafen von Horn gehabt / diese Grafschafft dem Printz Moritzen von Uranien / Grafen zu Nassau vermacht hat; wiewol sie ihme der Hertzog von Gülch und Cleve / wegen der besagten / und praetendirten Lehens-Gerechtigkeit vorenthalten / biß Anno 1606. ein vergleich getroffen worden / daß die Stadt Neutral seyn / (so aber nicht allezeit gehalten / sondern Anno 1623. die Grafschafft von den Spanischen ausgeplündert worden ist) das Schloß aber Printz Moritz mit 200. Soldaten besetzen / und daß nach seinem Tod solcher Ort an Cleve fallen solte / wie dann er / der Printz Moritz / nachdem der Hertzog von Parma erstlich An. 1586. Moers / und Alpen eingenommen / dieser Ort hernach zweymal / als in den Jahren 1597. und 1601. erobert hat. Und zwar so bekam in gemeldtem 97. Jahr er / der Printz innerhalb Monatsfrist 3. Städt und drey Schlösser / nemlich Alpen / Berck / und Mörs / sambt der CamillenSchantz / und allen Schiffen auff dem Rhein. In dem neuen Nassauischen Lorbeerkrantz stehet am 277. Blat / also: Graf Moritz nimbt den 16. Augusti / An. 1601. die Stadt / und Schloß / Meurs ein / welche Graffschafft wegen einer donation, so die letzte Gräfin Walpurg gethan / er haben wolte / wider des Fürsten von Cleve / der Mörs besetzt hatte / Willen. Und vorhero am 273. Blat werden folgende Wort gelesen: Das Haus / oder Schloß Krackau / sambt derselben Herrligkeit / ist Printz Moritzen von Nassau / von der letzt abgestorbenen Gräfin von Moers / unter dero Gebieth und Herrschafft es gelegen / in ihrem Testament legiert, und vermacht worden. Es hat aber solches Schloß Anno 1586. der Hertzog von Parma eingenommen / und es Graf Salentin von Eisenburg / der sich etwas Rechtens da angemasset / eingeraumet / welcher seithero dasselbe allezeit in Besitz / und einen Hauptmann mit 15. oder 16. Soldaten darauff gehabt / dasselbe zu bewahren / wiewol es ohne das von Natur sehr starck / weil es in einem Sumpff gelegen. Gleichwol so hat Anno 1601. den 9. Februarii / der Rittmeister Cloet / aus Befelch Printz Moritzen / solches Schloß Krackau eingenommen. Der Zeit gehört Stadt / und Grafschafft Moers / und ohne Zweiffel / auch dieses Schloß Krackau / Printz Wilhelmen von Uranien / der vereinigten Niederländer Generaln.