Topographia Circuli Burgundici: Genappe

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Topographia Germaniae
Genappe
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 52.
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[52] Genappe / eine Statt / wie Guicciardinus sagt / und darzu setzet / daß heutiges Tags allein vier Stättlein / 164. Dörffer / 12. Freye Herrschafften / und 8. Abbteyen / so besagter Statt Genappe einverleibt / von dem weyland grossen Hertzogthumb Lottier / oder Lotharien im Niederland / übrig seyen; Dann das ander alles werde unter Lothringen begriffen. Aegid. Gelenius, in Colonia pag. 66. sagt also: Quae inter Scaldim, et Mosam, inferior Lotharingia, et Lovaniensis Ducatus, dicitur. Es ligt aber Genappe eine gute Meil von Nivelle / in Brabant / und hat ein uhrältes / vestes und schönes Schloß / allda sich König Ludwig der Ailffte auß Franckreich / damaln noch Delphin / bey fünff Jahr lang / mit seiner Gemahlin / auffgehalten / als er in seines Vattern / König Carls deß Siebenden / Ungnad gerahten / und zum Hertzogen von Burgund geflohen war. J. Bapt. Gramaye schreibet in Gallo-Brabantia ad limitem Hanonicum, daß Genappia (so ein anders als Genepp im Hertzogthumb Cleve ist) einen guten Lufft habe / und die Pfarr deß alten Genappe sich weit und breit erstrecke. Es lige auch in diesem Gebiet / zum vorderisten und grossen theil / die Abbtey Villare, Cistertienser Ordens. So seyen auch in dieser Gegend die Herrschafften Melin, und Ligniac, sehr berühmt / und Edel / so beede alte Schlösser / und Gerichthäuser / auch ihre Lehenleut / und Lehengüter haben. Besagtes Closter Villare, oder Villers, solle der H. Bernhardus, Abbt zu Clarenthal / so Anno 1153. gestorben / selber angerichtet haben.