Topographia Circuli Burgundici: Marche

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Topographia Germaniae
Marche (heute: Marche-en-Famenne)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 238.
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[238] Marche, Marchia, Martia, Es nennen dieses Luxemburgische im Ardenner Wald gelegnes Stättlein / theils Marche, theils Mars, theils Marses / wegen der Pfützen / so es herumb hat / oder aber vom Flüßlein Marsette, so da vorüber rinnet: Item Marce en Famine, Marche en Fammines. Joh. Bertelius vermeynet / daß dieser Ort March / oder Marchia zu nennen: dieweil er das Hertzogthumb / Luxemburg / von dem Lüttichischen Gebiet / und der Graffschafft Namur / als ein Gräntz-Ort / unterscheidet; der auch die Ursach anzeiget / warumb dieses Stättlein / Schertzweise / Florence la belle, das schöne Florentz genannt werde. Das Land herumb ist an Graßwachs / und fruchtbaren Bäumen / schön / und seyn die Gebäw im Stättlein meistentheils hoch auffgeführet / und mit Ziegeln bedeckt. Auff den Mauren stehen viel Thürne in guter Ordnung / und einer nicht weit von dem andern. Es wird ein grosser Handel allhie getrieben / und das Stättlein durch einen Majeur, und Schöpffen / regieret. Hat ein Carmeliten Kloster allda / und ist die Pfarrkirch zu S. Remaclo, sehr prächtig gebawet / und reich / dessen Heiligen Fest / so den 3. Septembris einfällt / die Burger etliche Tag lang feyerlich begehen. Es ist von hinne Remaclus à Marchia, gewester Abbt des obbeschriebenen sehr berühmten Klosters zu S. Hubert im Ardenner Wald / der Anno 1565. gestorben bürtig gewesen. Anno 1577. ward allhie zwischen dem newen Königlichen Statthalter / Johanne Austriaco, und den Niederländischen Ständen / die Neue Friedens-Formul / so man Edictum perpetuum genant / auffgerichtet.