Topographia Circuli Burgundici: Werwyck

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Topographia Germaniae
Werwyck (heute: Wervik)
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Winoxbergen
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 191.
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[191] Werwyck / Warwyck / Viroviacum, Viroviach, ingleichem ein Marcktfleck an dem gedachten Fluß Liß / in Teutsch oder Flämisch Flandern gelegen / so vor Zeiten besser / als jetzt / gestanden seyn solle. Hat gleichwol ein sehr schöne Kirchen / der H. Jungfrauen Mariae zu Ehren gebauet / und mit sehr reichen Einkommen versehen. Allhie ist Martinus Castellanus gebohren / so nach zwey Jahren blind worden / und sich nit erinnert / daß er einsmals gesehen hätte; der gleichwol ein künstlicher Zimmermann worden / so auch Orgeln / Lauten und dergleichen gemacht / darauff selber lieblich gespielt / und sie gestimmt hat; wie Guicciardinus de Anno 1613. fol. 250. bezeuget. Anno 1381. ist dieses Werwyck von den Frantzosen geplündert und verbrandt worden; darzu Anno 1440. ein unversehene Feuersbrunst kommen / dardurch über die tausend Häuser verbronnen seyn. Etliche Jahr hernach haben die Todtengräber / deren sich die mit der Pest inficirte / an statt der Aertzt gebraucht / über die 1000. Bürger getödet / ihnen Gifft für Artzney gegeben / und die Pest angehenckt; deßwegen sie auch ihre Straff bekommen haben; wie in dem neuesten Guicciardino Anno 46. gedruckt / fol. 153. stehet.