Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae: Greiffenberg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Topographia Germaniae
Greiffenberg (heute: Gryfice)
<<<Vorheriger
Granzow
Nächster>>>
Greiffenhagen
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1652, S. 60–61.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Gryfice in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[60]
Greiffenberg / Griffenberg /

Auch ein Fürstlich Pommerische Stadt / so erstlich im 1262. Jahr / zun Zeiten Barnimi I. zur bemaurten Stadt worden / die Hertzog Wartislaff mit Lübischem Recht bewidmet / und mit hundert Hufen verehret. Es hat umbs Jahr 300. der Apt zu Belbock mit dieser Stadt / wegen deß freyen Gebrauches der Rega / dabey sie (zwischen Colberg und Golnow) liget / eine Irrung gehabt / aber / als sie beyderseits auff den Bischoff von Cammin / Friderich von Eicksteden / compromittiret / ist dieser Vertrag / durch desselben Außspruch gemacht / daß die Rega solte immer und ewig / zur Auf- und Niderfahrt frey seyn / daß auch der Grund der Wasser nicht solte verpfälet / sondern durch den Apt rein gehalten werden / welcher auch zugleich / zur refusion der Stadt Unkosten / auff diese Sache aufgewandt / in 15. hundert Marck Pfenninge condemniret ist. Umb diese Stadt herumb liget viel Acker / da nur Heyde auffwächset. Gleichwol meynen viele / wann ein solcher Fleiß mit Tünchen / und Begarung desselben darauff gewandt würde / als wir wissen / daß mit dergleichen Aeckern in andern Landen geschichet / daß er seinem Herren nicht also unfruchtbar seyn solte. Diese Stadt hat in diesen Zeiten / seithero Anno 1562. da ein Donner die Kirche beschädigte / viel außgestanden / und erstlich viel ledige Häuser / endlich bey dieser unerträglichen Krieges-Last / fast gar einen wüsten Orth / wiewol mehr Städten widerfahren / bekommen. Die Ritterschafft umb diese Stadt her / wird in eine Landvogtey gezogen / und bringet zur Folge / nach dem alten Anschlage 64. Ritterpferde auff. Die Stadt aber an sich ist zur Folge schuldig 15. Pferde / und 60. Mann. Die Praepositur daselbst bestehet in 18. Pfarren. Hält drey Jahrmärckte / als Donnerstags nach Invocavit, auf Himmelfarth / [61] und Sontags nach Galli. Auch Viehemärckte alle Mittwoche nach Invocavit / biß Ostern / zwey Tage vor Himmelfarth / und auff Laurentii / so auf Egidii Tag verleget ist. Und dieses sagt Micraelius lib. 6. Pomer. descript. p. 597. seq. Der auch lib. 4. p. 151. seqq. ein schröcklich Exempel der Teufflischen Macht / und Betruges / an einem Greiffenbergischen Knaben / umbständlich erzehlet.