Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae: Weissenstein

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Topographia Germaniae
Weissenstein (heute: Paide)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1652, S. 28.
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Weissenstein / Witenstein /

Ein gewaltige Vestung in Esthland / und dessen Theil Jervia, so mit Morast umbgeben / und daher gleichsam für unüberwindlich gehalten wird; wie dann Ann. 1560. der Moscowiter nichts da außrichten können / wiewol er lang darvor lag. Im 1562. Jahr hernach / konte König Erich auß Schweden / durch Waffen / auch nichts erhalten / bekam aber solche Vestung endlich durch Hunger. An. 1570. haben die Moscowitischen solches Hauß abermals vergebens zu erobern gesucht; wiewol die Belagerung biß den 16. Martii A. 71. schier 30. Wochen gewähret hatte. Aber das folgende 72. Jahr (Oderborn hat das 1577.) wurde diese Vestung vom Großfürsten in der Moscau / und seinen beeden Söhnen / selbsten belägert / und endlich mit Sturm erobert. An. 1581. hat der Schwedische Feldherr Pontus de la Gardie, ein Frantzoß / Weissenstein abermals durch Außhungerung eingenommen / wie Salomon Henning schreibet; wiewol D. Lorentz Müller solches zweyen Moscowiterischen gefangenen Boyaren / oder Landherren / zumisset / welche dem gedachten Ponto versprochen / wann sie für etliche Häuser geführet würden / sie wol zu wenig bringen wolten / daß sich dieselbe auff ihre Wort ergeben solten; so auch ihme mit dieser schönen starcken Vestung gerathen seye. Anno 1602. haben solche die Polen / und Anno 1607. die Schweden wieder erobert; welchen auch dieselbe / sampt der reichen Vogtey / noch der Zeit gehörig ist.