Topographia Franconiae: Bamberg

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Topographia Germaniae
Bamberg
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1648, S. 22–28.
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Bamberg.

Von dem Namen dieser Bischofflichen Stadt seyn unterschiedliche Meynungen. Theils führen denselben her von Hertzog Otten auß Sachsen Tochter / und Käysers Henrici I. Schwester / der Baba / so Graf Albrechts / oder Heinrichs (dann Er ungleich genannt wird) Gemahlin gewesen / und sagen / daß dieser Ort nach Ihr erstlich Babenberg genannt worden / darauß man folgends Bamberg gemacht habe. Theils nennen diese Stadt Pfauenberg: Theils Papenberg / weilen die Sachsen / so Käyser Carl der Grosse / umbs Jahr 796. ins Francken-Land an den Mäyn und die Radnitz / Rednitz oder Regnitz / daran diese Stadt ligt / gesetzt / sie also / wegen ihrer fürnehmsten Pfaffen / so allhie gewesen / genannt / so viel als Pfaffenberg bedeuten thut. Andreas Goldmayer in seiner Historischen / Astronomischen / und Astrologischen Beschreibung vom ersten Ursprung / und anfänglicher Erbauung der weitberümbten an der Regnitz gelegenen Bischofflichen Residentz Stadt Bamberg / deß Jahrs 1644 zu Nürnberg in 4. gedruckt / schreibet / im 1. Cap. hievon also: Käyser Carolus M. hat theils Sachsen ins Land zu Francken / zwischen dem Mäyn und der Regnitz / (da es dazumal noch grosse Wildnuß hatte / ) geschickt; welche sich dann zum theil in diese Gegend nidergelassen / und an der Stadt Bamberg zu bauen angefangen / und weil der Bischoff zu Würtzburg diesem Volck 14. Kirchen bauen / und dieselbe mit Priestern versehen lassen; diese auch ihre Residentz zu Bamberg genommen / wurd von ihnen der Ort Sächsich-Papenberg / das ist / Pfaffenberg / nachmals Babenberg / und anjetzo Bamberg genennet / wie Spangenberger p. 47. berichtet. Es geschahe aber die erste Erbauung im Jahr nach Christi Geburt 804. den 26. Julii / umb 6. Uhr 8. Minut. vormittag / unter der Poli Höhe 50. Grad. Biß hieher Goldmayer. Es haben die alten Graffen von Babenberg / auf dem Schloß Altenburg / bey einer viertel-meil Wegs von Bamberg auf einem Berg gelegen / Hoff gehalten / welche alte Burg / (wie man berichtet / ) nunmehr fast darnieder ligen / und allein etliche Wächter darauf gehalten werden sollen. Gedachter Goldmayer sagt im 2. Cap. also: Die Stadt verblieb folgends unter der weltlichen Herrschafft / der Graffen von Babenberg / die im Regnitzgau / nicht weit vom Fluß Regnitz / oberhalb Bamberg / auf dem Berg-Schloß / die Altenburg genannt / gewohnet

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De Merian Frankoniae 030.jpg

[23] hatten / biß auf das Jahr 905. zu welcher Zeit diese Grafschafft dem H. Röm. Reich heimbgefallen. Biß hieher abermals Goldmayer. Theils sagen / der letzte Graff habe Reinholdus oder Reinhardus geheissen / so Anno 1007. gestorben / dardurch dann allererst diese Grafschafft an das Reich kommen. Andere wollen / solcher Anfall habe sich zun Zeiten Käyser Ottens deß Andern / theils zu Käyser Ottens deß Dritten / begeben / welcher Hertzog Henrichen in Bayern / nachmals Käysern / Babenberg mit aller Zugehörde / geben habe. W. Lazius lib. 8. migr. Gent. fol. 429. wil / daß die Grafschafft Bamberg dem Reich heimbgefallen sey / als Graff Albrecht von Babenberg / in deß Käyser Ludwigs deß Dritten [Al. IV.] Hände / durch List deß Bischoffs Hattonis von Mäyntz / gerathen / und geköpfft worden ist. Siehe was hievon / auß den alten Scribenten / Andreas Brunner / in dem 3. Theil seiner Bayrischen Chronic / lib. 7. p. 354. seqq. weitläufftig schreibet. Vorgedachter Lazius wil am 419. Blat / daß auch vor-obernannter Graff Henrich von Bamberg / von der besagten Baba / Käyser Henrichs deß Voglers / oder deß Ersten / Schwester gezeuget habe / Reinholden und Albrechten; Reinhold sey von deß Käysers Arnolphi Sohn Cunrado / Hertzogen in Francken / umbbracht worden; Hergegen aber sein Bruder / besagter Albertus / diesen Cunradum wieder vom Brodt gethan habe: Deßwegen er auch sein Leben lassen muste. Die meisten führen die alte Marg-Graffen und Hertzogen in Oesterreich / von diesen Graffen von Bamberg her. Aber wieder auf Bamberg zukommen / so ligt solche Stadt nahend dem Mäyn / und rinnet die Rednitz oder Regnitz unterschiedlich dardurch / darüber Brücken von Holtz gehen / so die Theil der Stadt / die Vorstätte mit begriffen / zusammen fassen. Ist ein grosser weitläufftiger Ort / gleichsam von underschiedlichen Städten / meistentheils offen / oder doch von gar schlechten untüchtigen Mauren / darumb unterschiedliche Berge ligen. Man hält darfür / daß obgedachter Käyser Henrich der Ander / Hertzog in Bayern / Bamberg erst zu einer Stadt gemacht / aber keine Mauren herumb / sondern an 4. unterschiedenen Orten der Stadt 4. Clöster / als S. Stephani, S. Michaelis, Benedicti, und deß Ritters und Märtyrers Georgii, gebauet habe; Dafür haltende / so lang die Geistliche und andere Gottselige Menschen / an gemelten Orten / ihr Ampt fleissig verrichten / daß so lang auch die Stadt / ohne Mauren / wol würde bewahret seyn. Ist sonsten ein sehr lustiger Ort / daß daher dieses Sprichwort entstanden: Wann Nürnberg mein wäre / so wolte ichs zu Bamberg verzehren. Dann die Gegend herumb sehr fruchtbar / allda ziemlicher Weinwachs / Geträyde und Baum-Früchten; sonderlich aber Zwibel / und Süß-Holtz zu finden; welches letztere im gelben Sande häuffig wächst / und tieffer als eines Mannes in die Erde wurtzelt / über der Erden aber ziemlich hoch / fast wie der junge Holder / außschlägt. Es stehet in dem 6. Theil deß gedacht. Braunen Städt-Buchs / daß kaum an einem Ort Teutsch-Landes mehrer Saffran / als allhie / wachse: auch nirgends so viel Melonen und Pfeben / auch andere dergleichen Früchte / so eine geschlachte Lufft erfordern / gerathen. Von dieser / auch anderer Ursachen halber / mag es kommen seyn / daß allhie vozeeiten / ein berühmte Schul gewesen ist.

Es seyn daselbst zu sehen / 1. Die Domb-Kirchen / und darinn die Käyserliche Begräbnussen höchst-gedachten Henrici II. und seiner Gemahlin / Cunegunda / als Stiffter derselben / zu Ehren S. Peters. Sie hat 4. schöne Thürn mit Bley bedeckt / alles von Quader-Stücken gebauet. Bruschius de Episcopat. German. schreibet / daß diese Bischoffliche Haupt-Kirche Bapst Benedictus VIII. Anno 1020. geweyhet habe. Ist Anno 1081. am heiligen Oster-Abend verbronnen / und wieder schön gebauet worden. Es ist aber gedachter Käyser Anno 1024. und die Käyserin Cunegunda / Pfaltz-Graffens Sigefridi Tochter / nicht am Rhein / wie ihrer viel gewolt / sondern an der Mosel und zu Metz / Anno 1040. gestorben. Siehe Gretserum in SS. Bambergensibus. 2. S. Stephani Stiffts-Kirche. 3. Das Stifft S. Jacobi. 4. Das Stifft S. Gangolphi. 5. Das Jesuiter Collegium und Kirche / von Quader-Stucken aufgeführt / und viel andere Kirchen / Clöster und Spitäl / wie auß der Stadt Abbildung zu ersehen. Und ligt sonderlich über der Stadt / auf einem Hügel / ein schönes Benedictiner-Closter / so mit Wein-Reben umbwachsen; davon man hinab in die Stadt / und weit ins Land herumb sehen kan. Iohannes Micraelius schreibet im 2. Buch vom Pommer-Lande pag. 301. seq. daß Bogislaus der Ander / Hertzog in Pommern / Wartislai I. Sohn dem Closter zu S. Michael in Bamberg / zu Ehren S. Ottonis, deß Pommerischen Apostels / zeit seines Lebens / Jährlichen auß jederm Kreytsmar oder [24] Kruge (Bierschencke) in Pommern / einen Stein-Wachs / zu stets-brennenden Liechtern verschrieben; und daß ein Pommerischer Fürstlicher Hoff-Diener / mit Namen Beringer / auß Bamberg bürtig / mit Bewilligung der Fürsten / besagtem Closter zu S. Michael für Bamberg / zu Ehren S. Ottonis, der allda begraben ligt / die schöne und grosse Kirche zu S. Jacob / in Stettin / die Er Beringer im Jahr 1187. erbauet / und auch mit etlichen Dörffern / so er bey Hertzog Bogislao verdienet / verehret / aufgetragen habe / wie dann auch dessenthalben allezeit einer auß dem Convent deß gemelten Closters zum Probst dahin geschickt worden / der alle Jahr dem Closter etwas an Fischen habe zusenden müssen. Die Fürstl. Bischoffliche Residentz zu Bamberg ist am Wasser / daran ein schöner Lust-Garten; wie auch an deß Domb-Probsts Hause / vor dem jetzigen Krieg / neben andern schönen Sachen / zu sehen gewest seyn. Das andere findet sich auch in der Abbildung der Stadt / welche nach der gemeinen Rechnung / unter die 4. Dörffer deß Reichs gezehlet wird / und deren Häuser ins gemein ziemlich schlecht erbauet seyn. Von den Mundaten oder Privilegirten Orten allhie / seynd die Bambergische Stadt-Rechten / und P. Matth. Wehnerus, in pract. observat. von Mundaten / zu sehen. Im übrigen ist der Bischof derselben Herr.

Es haben sich allda viel denckwürdige Sachen zugetragen / deren wir allein etliche / so in einer kleinen Bambergischen Calender-Chronic zu finden / erzehlen wollen. Anno 1168. hat Käyser Friederich der Erste einen Reichs-Tag allhie gehalten. Anno 1171. ist eine grosse Pestilentz allda gewesen / daran etlich tausend Menschen gestorben; und sind durch Ergiessung der Wasser die Früchte / viel Aecker und Wiesen verderbt. Anno 1185. war eine so warme Zeit / daß im Christ-Monat / Jenner und Hornung / die Bäum und Weinstöck geblühet / die Früchte im May und die Trauben im Augusto zeitig worden; Hingegen aber im folgenden Jahr / umb Pfingsten alles erfroren ist. Anno 1203. ist Käyser Philippus / Lusts / halber nach Bamberg kommen / und als er ihme allda auff der Altenburg ein Ader schlagen lassen / unversehens in seiner Schlaf-Kammer / von Pfaltz-Graff Otten von Wittelspach entleibet worden. Anno 1310. hat Bischoff Wülffling das Prediger-Closter zu Bamberg gestifftet und gebauet / dessen Ordens er gewesen. Anno 1311. haben die Franciscaner / so sonsten Gaudentes genannt werden / das Gottes-Hauß allhie / welches zuvor die Tempel-Herren ingehabt / zu bewohnen angefangen; welche hernach Anno 1460. reformirt worden seyn. Anno 1341. (Al. 1338.) hat eine Jungfrau / Catharina genannt / deß Geschlechts eine Zöllnerin / uffm Brand / das Jungfrauen Closter zu S. Claren angeordnet. Anno 1362. ist ein Turnier zu Bamberg / durch die Fränckische Ritterschaft / gehalten worden. Bey Bischof Lamprechts / so Anno 1374. erwehlt worden / Zeiten / ist die Pfarr-Kirche der heiligen Jungfrauen Mariae zu Ehren auf dem Kaulberg zu Bamberg / wie sie anjetzo zu sehen / mehrentheils durch die Burgerschafft daselbsten / erbauet worden / an welchem Ort zuvor eine Capeln / auch in der heiligen Jungfrauen Marien Ehr / von unerdenckichen Jahren hero gestanden / darinn die Grafen von Babenberg ihre Begräbnuß gehabt haben sollen. Anno 1393. ist eine Feuersbrunnst in der Stadt außkommen / und seynd die Häuser zwischen der Obern und Untern Brücken alle abgebrannt. Anno 1430. seynd die Hussiten in das Stifft Bamberg gefallen / haben grossen Schaden darinn gethan / und dasselbe umb zwölff tausend Gulden geschätzet. Anno 1434. ist die Lang- und Keßler-Gasse / der halbe Marckt und das Carmeliter Closter abgebrannt. Anno 1451. ist eine grosse Wasser-Fluth zu Bamberg gewesen / hat hefftigen Schaden an Brucken und Mühlen gethan / und den Kränich auff der Gräten hinweg geführt. Anno 1475. hat Bischoff Philippus, ein Graf von Henneberg / die Juden auß der Stadt Bamberg vertrieben. Anno 1486. ist ein stattlicher Turnier allhie von der Fränckischen Ritterschafft gehalten worden. Anno 1552. zog Marggraff Albrecht zu Brandenburg für diese Stadt / und nahm sie / wie auch das obgedachte Schloß Altenburg ein / welches er angezündet hat. Bischoff Ernst von Mengers-Dorff / so Anno 1583. Bischoff worden / hat die Fürstliche Residentz zu Bamberg / der Geyerswerth genannt / an der Regnitz gelegen / gebauet; wie auch Anno 1585. das Seminarium daselbsten gestifftet. Anno 1610. ist allhie das Fürstl. Closter Mönchsberg verbrunnen / so zween Thürn mit Bley bedeckt gehabt / und seyn 8. Glocken / darunter eine Silberne / zerschmolzen / wie Schadaeus lib. 35. Sleidani Continuati part. 3. schreibet. Goldmayer berichtet hievon also: Anno 1610. den 18. 28. Aprilis in der Nacht / ist auff dem Mönchs-berg ein Feur auskommen / [25] welches die Kirche / sampt den zweyen Kirch-Thürnen / Glocken und Orgel / alles verbranndt und zerschmeltzet. An. 1632. und 33. haben die Schwedischen diese Stadt erobert / nachdem die Bamberger selbsten / das letztemal / die Vorstädte zuvor guten theils abgebranndt hatten. Anno 1641. im Hornung / ward sie von den Weymarischen / und Frantzosen / eingenommen. Anno 1645. befanden sich die Schwedisch-Königsmärckische allhie.

Was das Bambergische Bistumb angelangt / so schreibet obgedachter Goldmayer von desselben Stifftung also: Anno 1006. verehrte die Grafschafft Bamberg Käyser Henricus II. seiner Gemahlin Kunigunda / die dann auß der Grafschafft ein Bistumb zu machen gesonnen war. Und wurde Anno 1007. eine Kirche / nemblich der herrliche Dom-Stifft und 2. Clöster / zu bauen angefangen / und vom Römis. Käyser / und der Käyserin / reichlich begabet. Und dieses geschahe mit Consens Bapst Benedicti VIII. Es wurden dazumal diesem Bistumb viel herrliche und reiche Clöster / und viel Grafschafften unterworfen / die alle ihre Lehen von ihme empfahen müssen. Es wurde befreyet von allem Gewalt der Ertz-Bischofflichen Stühle. Und dieses sagt Goldmayer. Mit welchem auch andere übereinstimmen / welche die Stifftung dieses Bistumbs / Käyser Henrichen dem Andern / Hertzogen in Bayern / den man den Heiligen nennet / und seiner Gemahlin Kunigunda / zuschreiben / und daß es ein exempt- und befreytes Bistumb seye / und daß keines in Teutsch-Land so viel Fürsten / Grafen und Herren / zu Lehen-Leuten / als dieses / habe / sagen: so insgemein der heiligen Kunigunda seidener Faden genannt wird; wie Bruschius de Episcopat. Germaniae meldet / sich aber in dem irret / daß er vermeynet / die vier weltliche Chur-Fürsten hätten ihre Lehen von Bamberg. Es lassen zwar diese Herren Chur-Fürsten / wann es vonnöthen / bey Bamberg / ihre Aempter / durch Fränckische vom Adel verrichten; aber ihre Chur-Fürstenthümer seynd nicht Bischoffliche / sondern Reichs-Lehen; wie hievon Marquardus Freherus in notis ad P. de Andlop. 201. a. und part. 1. Origin. Palat. c. 15. und wie weit die vier weltliche Herren Chur-Fürsten bey diesem Stifft interessirt / beym Joachimo Cluten in syll. rerum quotid. Conclus. 24. lit. k. 3. Magero de Advocatia armata cap. 5. n. 423. fol. 157. Limnaeo de Jure publ. lib. 3. c. 7. nu. 76. seqq. und Speidelio in Notabil. lit. B. voc. Bamberg / zu lesen. Von den Aemptern und Gütern dieses Stiffts / so wol in Francken / als in Kärndten; wie auch daß viel vom Stifft Aichstätt / an dieses Bambergische Bistumb kommen / ist oben im Eingang / wie auch bei Aichstätt / gesagt worden; und können davon Crusis part. 2. Annal. Suev. lib. 6. c. 9. der Autor deß Discurß von den Reichs-Vogteyen am 123. Blat; Gretserus in dem Tractat von den Bischoffen zu Aichstatt / und Brunnerus in dem 2. Theil der Bayerischen Chronic (daselbst er p. 666. seqq. 740. gar viel von Anrichtung deß Bambergischen Bistumbs schreibet) am 710. Blat / aufgeschlagen werden. Es werden aber die Bambergische Bischöffe in folgender Ordnung gesetzt. 1. Eberhardus, von welchem ob-ernannter Goldmayer also schreibet: Eberhardus, der Cantzler deß Käyser Henrichs deß Andern / wird vom Stiffter deß Bistumbs / zum ersten Bischof zu Bamberg verordnet Anno 1007. [Al. 1006.) so Anno 1042. den 13. Augusti / gestorben. Anno 1009. ward das Closter Münchsberg erbauet / und Anno 1015. Rapoth / der erste Abt da eingesetzt. Anno 1012. ist das Dom-Stifft durch den Patriarchen zu Aquilegien geweihet worden. Anno 1019. hielte Käyser Henricus II. einen grossen Reichs-Tag zu Bamberg; da wurde das Neben-Stifft zu S. Stephan / welches von S. Kunegunden erbauet und gestifftet worden / durch Bapst Benedictum VIII. geweihet. Anno 1024. starb Käyser Henricus, ward gen Bamberg geführt / und im Domb köstlich begraben. Anno 1030. hat Bischof Eberhard ein Spital / da anjetzo das Closter zu S. Theodorusen stehet / auf seine Kosten bauen lassen. Anno 1039. ward die Käyserin Kunigunda neben dem Käyser begraben / 2. Suiggerus oder Svvidgerus, folgends Bapst zu Rom / Clemens II. genannt. Dieser Bapst wurde nach seinem Tod von Rom herauß geführt / und allhie in S. Peters Chor begraben / welche Kirche er zuvor hoch befreyet hatte. 3. Hardwig / Hardovicus. 4. Adelbertus oder Albertus. 5. Guntherus, der / neben andern Mit-Gehülffen / das Neben-Stifft zu S. Gangolff gestifftet. 6. Hermannus. Anno 1071. ist Pantz / so zuvor ein Gräfliches Schloß gewesen / zu einem Closter verändert worden. Anno 1073 ist das Stift zu S. Jacob / vom Bischoff Herman zu bauen angefangen worden. 7. Rupertus. Anno 1081. ward ein Reichs-Tag zu Bamberg gehalten; Darauff / wider Hencum IV. [26] Herman Hertzog von Lothringen zum Käyser erwehlt worden. Dazumal am Oster-Abend kam ohngefehr ein Feur auß / und verbranndte das Domb-Stifft biß auff das Gemäur herab / welches nachmals mit Quartir-Stücken viel köstlicher / als zuvor / erbauet worden. 8. Otho, von dem oft-erwehnter Goldmayer also schreibet: Otho, erwehlt Anno 1102. ist dem Bistumb vorgestanden 37. Jahr. Er hat Anno 1119. das Closter Michelfelden / bey Aurach in der Pfaltz 6. Meyl von Bamberg gestifftet / und erbauet. Anno 1123. reysete er in Pommern / kam Anno 25. wieder nach Hauß. Anno 1138. ist er gestorben / und auff dem Münchsberg / welchen er renoviret und bewohnet / herrlich begraben worden. Andere sagen / daß dieser Otto, so die Pommern / zu welchen er zweymal gereist / zum Christl. Glauben gebracht / und deßwegen ihr Apostel genannt worden. Anno 1139. den 30. Septembris, Theils / Anno 40. allererst / im 70. Jahr seines Alters / gestorben seye. Siehe neben andern / sonderlich deß Micraelii Pommerischer Historia / auch von ihme den Brunnerum part. 3. Annal. Boicorum, p. 192. 277. 288. und wie die Scribenten ihn mit Bischoff Ottone dem Andern vermischen / am 422. Blat. 9. Eggibertus, Egilbertus, Engelbrecht / wie Er underschiedlich genannt wird. 10. Eberhardus II. Unter ihm ward das Spital zu S. Theodorusen / zu einem Edlen Jungfrauen Closter verwandt. 11. Hermannus. 12. Otto II. 13. Thimo. 14. Conradus. 15. Eckenbertus, oder Ebenbertus. 16. Poppo. 17. Henricus. Unter deme An. 1248. der lezte Hertzog von Meran / durch seinen Hoffmeister / in seinem eygenen Schloß Niesten / ermordet worden / und bekam das Stifft viel seiner Güter. 18. Bertholdus, oder Leupold. Unter diesem Bischoff ist das Frauenbruder-Closter / da jetzo das Collegium stehet / erbauet worden. 19. Arnoldus. 20. Leopoldus. 21. Wulfinus, oder Wülfling. Anno 1314. ward durch diesem Bischof das Jungfrauen-Closter / Dominicaner Ordens / zum Heil. Grab genannt / erbauet. 22. Johannes. 23. Henricus II. 24. Werintho, oder Wernherus. 25. Leopoldus II. 26. Fridericus, ein Graf von Hohenlohe. 27. Leopoldus III. ein Freyherr von Bebenburg / der Anno 1354. das Collegiat Stifft zu S. Martin zu Forchheimb / welches zuvor nur eine Pfarrkirch gewesen / gestifftet. 28. Fridericus II. 29. Ludovicus, ein Marggraff von Meissen. 30. Lampertus, welcher Bischof im Jahr 1395. das Spital zu Scheßlitz gestifftet und gebauet. 31. Albertus, ein Graf von Wertheimb. 32. Fridericus III. 33. Anthonius von Rotenhan / so Anno 1441. (Musterus sagt 40.) Bischoff worden. In diesem Jahr solle die Stadt Bamberg / wie Herr Leonhard Wurfbain / der Rechten D. in seinem Historischen Bericht / am 197. Blat / beym besagten Goldmayer meldet / erstlich seyn zur Landstadt gemacht worden. 34. Georgius von Schaumberg. Anno 1465. im Januario / haben die Würtzburgischen / als das Jahr zuvor etliche Spaltungen zwischen beyden Stifftern / der Landgericht / Zölle / Geleit / etc. halber / entstanden / etliche Bambergische Dörffer geplündert / als Breitbrunn und Oberheyda / auch bey 140. Unterthanen gefangen genommen / und theils ertödtet / wie abermals Goldmayer / auß dem Spangenberg / berichtet. 35. Philippus, ein Graff von Henneberg. 36. Henricus III. 37. Vitus Truchseß von Bommersfeld. 38. Georgius II. Marschalck von Ebnet. 39. Georgius III. Schenk-Freyherr von Limpurg. 40. Weigand von Redwitz / so Anno 1522. erwehlt worden. 41. Georgius IV. Fuchs von Rügheimb. 42. Vitus II. deß alten Adelichen Geschlechts von Würtzburg. 43. Iohannes Georgius Zobel. 44. Martinus von Eyb. 45. Ernestus von Mengersdorff. 46. Neidhard von Thüngen. 47. Johannes Philippus von Gehsattel (Al. Gebsattel) 48. Johannes Gottfridus, deß alten Adelichen Geschlechts deren von Aschhausen / so Anno 1609. zum Bischof allhie / und Anno 1617. auch zum Bischof zu Würtzburg erwehlet worden / und Anno 1622. gestorben / den 19. 29. Christ-Monats / zu Regenspurg / auff dem Chur- und Fürsten-Convent / und hernach zu Bamberg begraben worden ist. 49. Johannes Georgius II. Fuchs von Dornheimb / der / bey dem Schwedischen Wesen / sich in Kärnten und von dannen zum Spital am Pirn in Oestereich ob der Ens / begeben / und daselbsten den 19. 29. Martii Anno 1633. todes verfahren / und im Stifft selbigen Orts / in deß Fundatoris, deß 32. Bischoffs zu Bamberg / Friderici III. von Auffseß / so Anno 1440. gestorben / Grab gelegt worden. 50. Franciscus, deß am Rheinstrom hochrühmlichen Geschlechts von Hatzfeld / so allbereit Bischoff zu Würtzburg gewesen / ward Anno 1633. den 4. Augusti / Neuen Calend. zum Bischoff zu Bamberg erwehlt. Starb An. 1642. den 20. 30. Julij. 51. Her Melchior Otto, deß alten Adelichen Fränckischen Geschlechts [27] deren Voit von Saltzburg / in gedachtem Jahr den 15. 25. Augusti erwehlt.

Es wird diese Stadt von theils für das Mittel deß Teutschlands gehalten. Wann ein Käyser nirgends sich könte auffhalten / so wäre der Herr Bischoff von Bamberg verbunden / die gemeldte Stadt dem Käyser zu überlassen; sich selbsten aber nacher Villach in Kärnten zu begeben; schreibet Herr Limnaeus, tom. 4. de J. public. in addit. ad lib. 1. pag. 38. Der Käyserin Kunigund / von der im Text / Absterben / setzen theils in das 1039. theils in das 1040. Jahr. Anno 1633. den 30. Januarii / Alt. Calend. bemächtigten sich die Schwedischen / unter ihrem General Majorn / Wilhelm Kalckhun / genant Lohausen / dises Orths / ohn einigen widerstand / liessen Jesuiter / und andere Ordens-Personen / daselbsten verbleiben; die hergegen sich / an Eydesstatt / reversiret / der Cron Schweden / und dem Evangelischen Wesen / nichts zu wider zu tentiren; weder per directum, oder indirectum; idque exceptis omnibus aequivocationibus, tam Jesuitarum, quàm S. Fancisci; excepto etiam Canone, de non servanda haereticis fide; wie Bogislaff Philip von Kemnitz / lib. 1. part. 2. vom Königlich Schwedischen im Teutschland geführten Krieg / fol. 38. b. berichtet. Von dem Closter Mönchsberg / oder S. Michaelis, ausserhalb der Stadt / schreibet Gabr. Bucelin. in Germ. sacra, part. 2. p. 62. also. Mons Monachorum amplissim. amoenissimum que extra muros Bambergenses Ordinis S. P. Benedicti Monasterium, in honorem S. Michaelis consecratum, unà cùm ipso Episcopatu eodem tempore, à S. S. Henrico, et Kunegunde, Impp. fundatum, postquam ille mirâ S. Michaelis apparitione recreatus, ac de in Casini, ab apparante Divo Benedicto, à calculi desperatissimo morbo prodigiosè curatus esset, quod posteà S. Otho Episcopus mirè coluit, et munificè locupletavit. Beym nechsten Reichs-Tag zu Regenspurg / in den Jahren 1653. und 54. ist erstlich durch Gesandten Herr Bischoff Melchior Ott / zu Bamberg / hernach / auff dessen Ableiben / Thumb-Dechant / Senior, und Capitul: folgends der Neue / und jetzige / den 12. Februarii, besagten 53. Jahrs / erwehlter Bischof / Herr Philippus Valentinus Voit von Rheineck / vorhin gewester Thumbprobst allhie / Thumb-Cancellarius zu Würtzburg / und der Neben-Stiffter zu S. Stephan / und S. Gangolph / Probst erschienen. Wie weit die vier Weltliche alte Herren Chur-Fürsten / bey dem Stifft Bamberg interessirt seyn: davon ist etwas Anzeig in berührtem unsern Text / p. 16. b. geschehen. Obwol-ernannter Herr Limnaeus schreibet d. tom. 4. de J. publ. pag. 357. seqq. unter andern / also: Electores seculares Officia, quae Imperatori debent, ab eodem feudali titulo recipiunt: Consimilia autem, quae Episcopo Bambergensi per Subofficiales certos exhibent, ab eodem Episcopo feudali jure tenere videntur. Apud Gevvoldum etc. reperio, Palatinum Electorem feuda, quae Officio Dapiferatus connexa, ab Episcopo Bambergensi haec tenere; Castrum Hohenstein / advocatiam bonorum et hominum oppidi Herßbrugg / Vilseck / Aurbach / Velden / etc. Anno 1623. 19. Octobr. Legatus Elect. Saxoniae, Bambergae, ab Episcopo investituram officii Mareschalli suscepit (durch einen Handschlag) et observavi, ab Episcopo Bamberg. Electorem Saxoniae tunc investitum fuisse de Officio Archimareschalli deß Käyserlichen Stiffts Bamberg / auch mit Wittenberg / Schloß und Stadt / Mühlberg / Schloß und Stadt / Trelitz / dem Schloß / und mit den Dörffern Berstatt / und Assendorff / Weissick / und Galgast (ad Capitulat. Caroli V. dicit, dem Schloß Tüben / und deren Dörffern / Berstatt / Alsendorff / Weissigk / und Gabgast / p. 123.) mit allen solchen Ober-Marschall-Ampt Zu- und Angehörungen. Quod invictissimum argumentum pro dicta opinione venditarem, nisi scirem, hactenus creditum, Wittenbergam ad Saxonem tanquam Electorem pertinere. Hactenus Ille. Es ist dieses Bistumbs Reichs-Anschlag vorhin gewesen Monatlich 30. zu Roß / 182. zu Fuß / oder an Geld 1088. fl. und / zu Unterhaltung deß Cammergerichts / ordinariè Jährlich / 212½. fl. nach dem erhöchten Anschlag aber / 354. Gülden 10. kr. 5. heller / den Thaler zu 69. kr. gerechnet. Aber in der Nürnbergischen Repartition, wegen der Schwedischen Satisfaction-Gelder / seyn für 1333½ Monat 91047. und also für eine Monatliche Reichsgebühr nur 682. fl. gesetzt worden; so vielleicht wegen dieses Stiffts-Gütter in Kärnten geschehen / so daselbst auch angelegt werden / und sich deßwegen dasselbe An. 1641. auff dem Reichs-Tag zu Regenspurg / beschweret hat. Siehe d. Dn. Limnaeum tom. 4. de J. publ. p. 467. seq.

In der Stadt Bamberg seynd vier Häuser zusammen der Brandthof genannt / so von dreyen regierenden Fürsten und Herren Bertholdo, [28] Henrico und Leopoldo, Bischoffen daselbst gantz frey und absolut, darzu alle ihre Inwohner von aller Steüer / Beeth / Aufflag und andern Beschwerden / wie die auch Namen haben möchten totaliter exempt und frey gemacht worden ewiglich. Welche Privilegia die Röm. Käyserliche Majestät Carol. IV. Glorwürdigster Gedächtnuß nit allein specialissime confirmirt, sondern der gestalten von Käyserlicher Macht und deß Reichs Befreyung vermehrt / daß auch die Inwohner derselben allerley Gewerb und Handthierung treiben / und doch keinerley Aufsatz noch Anlag vom Krieg / vom Bau / von Wacht / oder wie daß genennt sey / tragen oder leiden dörffen / als andere Bürger zu Bamberg / sondern dessen in allen Zeiten und Sachen ewiglich befreyet verbleiben sollen: welches gewißlich ein sehr schöne und grosse Befreyung / dergleichen im Römischen Reich nicht viel zu finden.