Topographia Hassiae: Cörbach

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aus Topographia Hassiae, Text von Martin Zeiller, Illustrationen von Matthäus Merian
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Corbach (Merian).jpg
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Cörbach / Corbachium.

Die Haupt-Statt der Graffschafft Waldeck / eine sehr alte / vnd vorweilen mit besonderen Regalien begabte Freystatt; die aber / nach deme sie in Widerwillen mit Graff Heinrichen dem Eysernen von Waldeck gerathen / von ihme vbermächtiget / vnnd vnter sein Joch bezwungen worden / so im Mertzmonat Anno 1366. geschehen ist. Solche Statt ligt 6. Meyl von Marpurg / 6. Cassel / 6. von Lipp / vnnd 6. von Paderborn. Hat zwo Mawren / wegen der Newen vnd Alten Statt. In der Newen ist S. Nicolai Kirch / in der Alten aber S. Kiliani / welchen die Statt in irem Waapen führet. Die beste Nahrung der Burgerschafft dieses Orths ist das Bierbrawen / welches; wie ingleichem das Sachsenberger / vnd Wildunger / in hohem Werth gehalten / vnnd hin vnnd wider abgeholet wird. Es hat ein wolbestelte Schul vor dem jetzigen Krieg allhie gehabt / in dem Franciscaner Closter / so Graff Josias vnd Graff Wolradt zu einem Gymnasio consecrirt, vnd mit Einkommen reichlicher begabt haben. Welcher vorgestanden Lazarus Schonerus, der erste Rector, Rudol. Goclenius, so hier geboren / Bernh. Salignacus, Gallus, Guil. Scribonius, Guil. Ursinus, so alle in ihren Schrifften bekandt. Es ligt bey Corbach auff einem hohen Berge das Schloß Eisenberg / welches Graff Josias zu Waldeck mit schönen Gebäwen vermehret / vnd fast von newem auffgerichtet. Der Berg / darauff das Schloß stehet / ist reich an Ertz / vnd hat man auch vor kurtzen [37] Jahren Goldgruben daselbst gebawet: Vnnd schreibet Kaspar Ens in deliciis apodem. p. 212. daß solche noch nit gar vergangen / sondern / man / nicht weit von Corbach / in dem Sand Gold fünde; vnnd solle das Corbachisch Gold in dem Fewr beständiger / als das Böhmische bleiben / vnd fast dem Vngarischen gleich seyn / darvon der letzt verstorbene alte Graff Wolradus etliche Ringe vnd einen Mundbecher machen lassen. Nahe am Schloß seyn die Goldhäuser ein klein Dorff: Item die Goldmühl; der Berg ist gantz voll Schacht / vnd findet man in den alten Registern grosse Intraden daher. Auß dem Sand / der am Tag licht / kan ein Mann in neun Tagen ein Quint rein gediegen Gold haben. Drey vierthel Stundt davon ist Silber-Ertz / zu Jodleßheim / zwo Stund davon / sehr reich KupfferErtz in Twisten.

An. 1624. haben die Käyserischen Cörbach eingenommen / als die Ihrigen / so mit Wagen-Pferden in der Statt sich auffgehalten / die Thor mit Schmidhämern eröffnet haben; wie der newe Meteranus, oder deß Alten Continuation, libr. 41. berichtet. vorhero / deß Jahrs 1621. hat LandGraff Moritz zu Hessen / Cassel / auch das obbesagte Haubthausse Eisenberg eingenommen. Anno 1633 gieng der Keyserlich General von Böninghausen / von Meschede / der Graffschafft Waldeck zu / vnd eroberte diese Statt Cörbach / rückte in Sessen / nahm für sich das Quartier in Fritzlar / kam ferner auff Franckenberg / wendete sich darauff nach Amoeneburg / so Er einbekam. Als aber der Herr LandGraff Wilhelm zu Cassel wider ankommen / wendete sich ermelter von Böninghausen wider auff Franckenberg / Arensberg / etc.

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