Topographia Hassiae: Cronberg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
  ← Cörbach Cronberg Darmstatt →  
aus Topographia Hassiae, Text von Martin Zeiller, Illustrationen von Matthäus Merian
      Wikipedia-logo.png   Kronberg im Taunus in der Wikipedia      
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).


[T10]
Cronberg (Merian).jpg
[37]
Cronberg oder Cronenburg.


Ein fein wolerbawtes Stättlein / zwo Meylen von Franckfurt / vnden an einem hohen Gebürg / die Höhe genannt / in einer schönen vnd fruchtbahren Gegend / gelegen / vnd mit doppelten Mawren vmbgeben. Oben an der Höhe ligt das schöne Schloß / mit einem sehr starcken vnd dicken Gemawr / also / daß ihm der Name Cronberg nicht vmbsonst gegeben worden zu seyn scheinet / angesehen die menge der Thürn / etc. an den Mawren. Die sich bemühen / der Teutschen Stätte von den Römern zu deducirn, sagen / Trajanus habe sie gebawet wider die Catten / vnnd anfänglich Trajaniburg genannt / darauß hätten die Nachkommen Cronburg gemacht. Darzu sie allegirn Marcellini XVII. Buch. Dieser Meynung ist Jac. Schopperus l. 1. Chorogr. cap. 10. pag. 178. Es ward Cronberg von Trier / Pfaltz / vnd Hessen / zu den Zeiten deß Sickingischen Krieges / belägert / vnd erobert; dieweil Hartmuht von Cronenberg dem Frantzen von Sickingen beygestanden war / wie beym H. Th. Leodio, in Beschreibung deß besagten Kriegs / zu lesen. Ist aber durch einen Vertrag vom Hauß Hessen / denen von Cronenberg Anno 1541. wider gegeben / auch hingegen von Cronbergischer Seite vnter anderm dem Fürstlichen Hauß Hessen versprochen worden / das Exercitium der Augspurgischen Confession allda ohngeändert zu lassen; von welchem besiehe I. C. Dieterichen in Not. ad Epist. Hatt. Cronbergeri. Der hohe Berg / an welchem das Hauß Falckenstein / vnnd Cronenburg gelegen / wird der Feldberg genant / auff welchem noch alte Monumenta zu sehen / so auß der Heydenschafft herkommen sollen. Im Jahr 1389. gerieth diese Statt in Streit mit denen von Franckfurt / vnd gieng beyderseits ein Treffen vor im Thal vor Cronberg. Deß Jahrs 1647. den 25. Mertzen / war das Stättlein von den Hessischen / erstigen. Anno 1649. ist / auff anhalten Herrn Hartmuth / vnnd Johann Daniel / von vnd zu Cronburg / oder Cronberg / Gebrüder / vom Herrn Pfaltzgraff Ludwig Philipsen / zu Simmern / etc. als des Ober-Rheinischen Craisses Außschreibenden Fürsten / E. E. Hochweisen Rath deß H. Röm. Reichs Statt Franckfurt / die Commission auffgetragen worden / die auff ihrem Adelichen Ganerben Hauß / vnnd Statt Cronburg / Zeitwerenden Krieges/ newerlich eingeführte Religions Enderung / wider in den vorigen Stande zu setzen; wie dann auch den 26. Hornung / den Jesuitern / die gutwillige Raumung beyder Kirchen / vnd Pfarrhauses / auch die restitution aller Zugehör / angezeigt / vnnd den 28. diß vollnzogen / auch die Augspurgische Confession allhie wider eingeführt worden ist.

  ← [[{{{TOP}}}{{{VOR}}}|{{{VOR}}}]] {{{ORT}}} [[{{{TOP}}}{{{NAR}}}|{{{NAR}}}]] →