Topographia Hassiae: Wanfried

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
  ← Waldeck Wanfried Wechtersbach →  
aus Topographia Hassiae, Text von Martin Zeiller, Illustrationen von Matthäus Merian
      Wikipedia-logo.png   Wanfried in der Wikipedia      
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).


[T52]
Wanfrid (Merian).jpg
[139]
Wanfried.


Ein Fürstliche Nider-Hessische Statt / eine halbe Meyl vnder Trefurt /an dem Werra-Strohm gelegen; so von dem H. Bonifacio den Namen haben solle / welcher / wie man meldet / gemeiniglich allhie gewohnet / ehe er sich nach Mäyntz gesetzet hat. Vnd dieweil er vorhin VVinfridus geheissen / so ist auch dieser Orth vor Alters Winefriden genannt worden. Daß daher eine Fabel / wann theils sagen / es komme Wanfried von zweyen Wörtern / Wan / vnd Fried / oder quando pax, her / wie Brouverus 1. Antiq. Fuld. p. 4. notirt. Ist / wegen der Schiffart / ein lustiger Ort / dieweil daselbsten viel Weyd vnnd Frucht / auß Thüringen angebracht / vnd fürters die Weser hinab geführet wird. Dieses Ort ist niemahls mit einer Mauer beschlossen gewesen; sondern erst / verwichner Jahren / durch Landgraf Moritzen / mit einem Wall / von sechs Bollwercken / wiewol mit trockenen Graben / vmbgeben worden. Es hat ein Fürstlich Schl. vnd Ampthause; an welchem gleichwol nur der vnderste theil von Stein; das ober Stockwerck aber alles von Holtz ist: Im Jahr 1640. den 24. Jenner / entstund ein greulicher vngewohnlicher Sturmwind / bey welchem sich ein stuck Berges an der Plessa / ein vierthel Stunde von Wanfried / abgeben / vnd in die 60. Ehlen hoch herunter gefallen / alles / was von Erden Sträuchern / vnd Bäumen / im Weg gestanden / auff die viertzig Schuch in die braite / im grund wegk / vnd mit herunder gestürtzt. Es bestehet das Ampt Wanfriden nur in vier Dörffern; hat aber viel Edelleuth. Der starcke Fluß Frieda laufft in demselben / so auff dem Eischfelde: oder Eißfelde entspringt / vnd vnderhalb Wanfriden in die Werra fält.

  ← [[{{{TOP}}}{{{VOR}}}|{{{VOR}}}]] {{{ORT}}} [[{{{TOP}}}{{{NAR}}}|{{{NAR}}}]] →