Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae: Newburg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Newburg (heute: Neuenburg)
<<<Vorheriger
Genff
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1642, S. 72–73.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Neuchâtel (Stadt) in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[72]
5. Newburg /

Oder Welsch Newenburg / Neocomum oder Neuf-Castel, im Wifflispurger [73] Gäw an einem See / so von dieser dem Hertzog von Longueville zugehörigen Statt / den Namen / gelegen / welcher See 4. Meyl Wegs lang / vnnd mit einer schönen vnnd gar lustigen Landschafft / von Weinwachs / vnd allerhand guten Früchten / auch vielen Schlössern / Flecken vnd Stätten / als Bouldry, Columbier, Gudrefin, Estavaye, Granson, Yverdon, etc. auch vnfern darvon S. Aubin, Grandcourt, vnd andern vornehmen Orten mehr / vmbgeben ist: wohin aber allsolche Oerter / vnd wieviel davon zu der Graffschafft Newenburg gehörig / will sich nicht finden lassen. Der Seewein / so allhierumb wächst / ist den Bernern / vnd Solothurnern wolbekandt. Vnd gibt solcher See allen Flecken vnnd Orthen / so darumb ligen / Fisch genug / vnnd besonders fängt man darinn / Jährlichen ein vnzehliche Menge kleiner Fischlein / die man Heurling heist / vnnd weit verführet. Es ist eine Graffschafft bey besagter Statt Newenburg / welche nach Absterben der alten Graffen deß Orts / an Hochberg kommen / nach deme der letzte Graf Hans von Freyburg / vnd Welschen Newenburg / der Anno 1438. gestorben / seine Land / Marggraf Rudolphen von Hochberg vnnd Rötelen / seinem Schwager / vermacht hat. Von welchen Herrn von Hochberg / diese Graffschafft folgends / durch Heyrath / an die Hertzogen von Longueville in Franckreich kommen ist. Die Statt Bern hat dieselbe im Namen aller Eydgenossen / als sie mit König Ludwigen dem XII. in Franckreich gekrieget / eingenommen; Aber Anno 1529. wurde sie wieder / mit gewissem Beding / deß Hertzogs von Longueville Wittib / Joannae von Hochberg / restituirt: Vnd ist der Hertzog von Longueville, als Herr dieser Graffschafft / heutigs Tags mit den Bernern im Bund / vnd Burger zu Bern / wiewol er vor wenig Jahren / ein Zeitlang / wegen der Statt Newenburg / in etwas Widerwillen mit ihnen / den Bernern / gelebt. Anno 1645. hat besagter Hertzog den Obristen Molordin / zum Statthalter hieher verordnet. Munsterus sagt / daß das Land / so auff der andern seiten deß gedachten Neuenburger Sees / von Biel / biß gen Orben / liget / fast vnter die Eydgnoßschafft gehöre. Das Wasser allda / der Syon genannt / hat Anno 1579. grossen Schaden gethan. Es gehöret dem gedachten Hertzogen von Longeville, auch Valangra, oder Valendys / zu / so nahend Newenburg gelegen / vnnd etwann ein besonderer Graffensitz gewesen ist.

So hat / vor Zeiten / zur Grafschafft Newenburg / auch gehört das am Bieler-See gelegene Stättlein

[T65]
Newenburg (Merian).jpg