Topographia Saxoniae Inferioris:Ekelenfort

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Ekelenfort (heute: Eckernförde)
<<<Vorheriger
Egeln
Nächster>>>
Eldena
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1653, S. 78–79.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Eckernförde in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite
[78]
Ekelenfort / Ekelnford / Ekerförda / Eckelfurtum,


Eine Statt / von der Andreas Angelus, in seiner Holsteinischen Stätt-Chronic / also schreibet: Eckelnförde soll den Nahmen vom Eichhörnlein / im Latein Sciurus geheissen / haben etc. Es ligt diese Statt im Hertzogthumb Schleßwick / an der Ost-See / fast gerade mitten innen / zwischen Schleßwick / vnnd Kill. Ist rund vmbher mit saltzem Wasser vmbflossen / hat ein sehr gute Hafe. Wer Eckelnford anfänglich gebawet / ist nirgend verzeichnet. Dannenhero auch / in Encomiis Urbium Holsatiae, also darvon geschrieben stehet:

Nec non Oppidulis est annumeranda vetustis
Ekeleforda, sui nescia principii.
Ignoratur enim, quis sit fundatot et auctor,
Oppidulum certè pervetus esse, liquet.

Es hat Eckelnford offt grossen Brandschaden erlitten etc. König Erich in Dännemarck / Schweden / vnnd Nordwegen / geborner Hertzog in Pommern / als Er / auff eine Zeit /von der Belagerung deß Schlosses Gottorp abgelassen / auch die Statt Schleßwick wieder auffgegeben / ist er für das Stättlein Eckelnforde / welches vnbefestigt war / gerückt / vnnd hat dasselbige eingenommen. Es hat Eckelnforde zum Wappen / vnd Insiegel / drey Thürne / auff deren einem / nach der rechten Hand / ein Eichhörnlein stehet. Biß hieher Andreas. Caspar Ens, in deliciis apodemicis per Germaniam, schreibet / vnter anderm / pag. 255. seq. daß gegen Eckelenford über / Mitternacht werts / auff der Seiten der Statt / wo die Waaren außgeladen werden / das Schloß Ekerenborch lige; von welchem / ob es wol in den Dänischen Kriegen zerstöret worden / noch das Fundament / die Gräben / vnd der Wall / von einer mittelmässigen Höhe / übrig seyen: Vnnd von diesem Schloß habe die Statt den Nahmen / vnd seye erstlich Eckerenford genant worden / wie ihr Wappen außweise / darinn ein Eichhorn / wie er von einem Thurn zum andern springe / genmahlet werde: Sie lige also in einer halben Insul der Ost-See / daß sie / die Statt / von derselben / fast auff hundert Schritt vmbgeben werden; daher sie einen gar wol gelegenen / vnnd sichern Meerhafen / habe / auß welchem die Schiff in Dännemarck / Nordwegen / Schweden / Reussen / Preussen / Lieffland / vnd Pommern / ablauffen mögen: Es habe die Statt nur zwey Thor / deren eines nacher Kiel gehe; durch das andere raise man über eine lange höltzerne Brücke / so fast hundert Schritt habe / nach Gottorp / Mesund / vnd ins Ländlein Anglen / oder Angliam minorem. Nicht weit von dieser Brücken / gegen Abend / werde ein hoher Berg / mit einem Wall / vnd Graben / gesehen / auff welchem / vor Zeiten / ein Schloß gestanden etc. Es gebrauchen sich Ekelenford deß Schleßwikischen Statt-Rechts. Vnd werden bey diesem Stättlein allerhand Meerfische gefangen / vnnd habe man da Anno 1580. einen solchen grossen Fisch bekommen / daß seine Zunge 308. vnd das Hertz 80. Pfundt gewogen; von der Leber aber dritthalb Tonnen gefüllet worden / vnnd er dreyzehen Elen lang gewesen seye: Es haben viel vornehme vom Adel / als die Ranzauen / Alefeld / Sehstedt / Pogwisch / vnd andere / da ihre Häuser; vnd vor der Statt lige der Spital / den einer von Alefeld / mit einer schönen Capellen / vnnd steinern Häußlein / gezieret habe: Es seyen in diesem Stättlein alle Sachen in leidenlichem Werth käufflich zu bekommen: Vnd ob woln solches mit dem gesaltzenen Meer vmbgeben / so hab es doch da lauters / frisches Brunnenwasser in den Gassen / auß welchem zwar ein geringes / vnnd dünnes Bier gesotten; so aber zum purgieren tauglich / vnd in Dännemarck / wie auch in [79] den Hertzogthümbern Schleßwigk / vnnd Holstein / verkaufft / vnd Cacabilla, oder Cacabella genant werde. Vnd dieses sagt gedachter Enß. Nicol. Helduaderus berichtet / part. 2. Sylv. Chronol. pag. 10. daß jetztgedachtes Bier ein guter kühler Leschtrunck seye / so vorhin Quakelteis geheissen; aber vom Cardinal Raymundo, der Anno 1503. in diese L t wissend / was es für Tranck wäre / wiewol mit Lust / getruncken / deß Nachts etliche Stuelgänge gemacht / vnd Er Morgens / vom Wirth / daß es ein gebrawtes Bier wäre / verstanden hatte: Daher es noch heutigs Tags Cacabella genandt werde. Vnd dann so findet man bey Andern / daß der Arm auß der See / den Nahmen Ecklenförder Wick habe: Vnd daß dieser Orth Hertzog Friederichen von Holstein / auff Gottorff / gehörig seye. Sihe / im übrigen / von dieser Statt auch Joh. Isac. Pontanum, in Chorogr. Daniae descriptione. An. 1628. hat der König in Dännemarck Eckerförda / oder Eckelenford / in dem Krieg mit den Käyserischen / eingenommen / vnd haben diesen Orth die Seinigen außgeplündert. Anno 1644. im September, ergab er sich gutwillig an den Schwed. Obristen Helm Wrangel.